Eine Mitteilung vom Staatlichen Bauamt Weilheim:

Das Staatliche Bauamt Weilheim wird in den Sommerferien 2019 in einem Probefeld, das für sechs Wochen auf dem Areal des Gymnasiums eingerichtet wird, das Düsenstrahlverfahren an die Starnberger Geologie anpassen.

Das Düsenstrahlverfahren (DSV) ist ein getestetes und bewährtes Verfahren, das zur Bodenverfestigung eingesetzt wird. Mit dem Probefeld am Gymnasium verfolgt das Tunnel-Team das Ziel, ein möglichst optimales Ergebnis zu erzielen, das mit den vor Ort anzutreffenden besonderen Bodenverhältnissen zu realisieren ist. Das DSV und seine Parameter wie z. B. die Zusammensetzung der Suspension oder die Ziehgeschwindigkeit des Bohrgestänges (siehe Grafik) werden während des Einsatzes im Probefeld sozusagen „dem Boden angepasst“.

„Das Düsenstrahlverfahren wird zur Verfestigung des Bodens sowohl im Bereich des Nordportals als auch beim Südportal zum Einsatz kommen. Im Areal des Nordportals spielt der Seeton keine unwichtige Rolle. Deshalb ist es zwingend erforderlich, das DSV an die anspruchsvollen Bodenbeschaffenheiten anzupassen“, begründet Raphael Zuber, Abteilungsleiter Straßenbau für den Landkreis Starnberg beim Staatlichen Bauamt Weilheim, das bevorstehende Probefeld.

 

 

 

„Wir haben somit in den Baugruben der offenen Bauweise zwei Anwendungsfälle: zum einen brauchen wir diese Verfestigung wegen geringer Überdeckung im Bereich des Südportals. Geringe Überdeckung bedeutet, dass zwischen der Oberkante des künftigen Tunnels und der Oberfläche geringer Abstand herrscht. Zum anderen ist dieses Verfahren unabdingbar erforderlich zur Verfestigung der anstehenden Seetone am Nordportal einerseits und andererseits auch hier wegen zu geringer Bodenüberdeckung zwischen der Oberkante und der Tunnelbohrmaschine. Das Probefeld liegt ganz bewusst in unmittelbarer Nähe des Nordportals, um das DSV optimal auszugestalten“, führt Zuber die künftige Umsetzung beim Tunnel Starnberg aus.

„Das Düsenstrahlverfahren wird bei der Hauptmaßnahme zum Einsatz kommen“, erklärt Zuber. „Unser Anliegen besteht hier darin, eine sichere Methode für die Bodenverfestigung in Starnberg anbieten zu können, die die besondere Geologie berücksichtigt. Genau dafür brauchen wir das DSV-Probefeld am Starnberger Gymnasium während der Sommerferien 2019“, so Zuber.

„Die Auftaktphase des Großprojekts Tunnel Starnberg begleiten wir seit Herbst 2018 medial mit einem sehr beliebten Grundlagenwerk – unserer Broschüre. Hier flaggen wir ganz bewusst vier Herausforderungen bei der Realisierung des Tunnels aus. Der Seeton in Starnberg mit seinen strukturempfindlichen Tonen unterschiedlicher Konsistenzen ist Teil der geologischen Vielfalt, gerade beim Nordportal“, stellt Zuber den Gesamtzusammenhang her. Das Düsenstrahlverfahren kommt während des Probefeldes ausschließlich in der wasserundurchlässigen Seetonschicht zum Einsatz.

Funktionsweise des Düsenstrahlverfahrens

Nach umfangreichen Voruntersuchungen des Bodens und Identifizierung geeigneter Bohrstellen für das Probefeld wird das Gestänge in einer Bohrung  auf die erforderliche Tiefe gebracht. Anschließend wird durch das Bohrgestänge der Boden in der Seetonschicht von einem Flüssigkeitsstrahl (Zementsuspension) mit hoher Energie aufgeschnitten. Das Gestänge wird nach oben gezogen, während gleichzeitig die erhärtende Zementsuspension weiterhin eingebracht und mit dem Boden vermischt wird . Dieser Vorgang wird so lange wiederholt , bis das Tunnel-Team mit der Qualität der im Starnberger Boden realisierten Injektionskörper zufrieden ist.“

 

 

(Siehe auch Grünes Licht für Test am Gymnasium)