Keinen Erfolg hatte CSU-Stadtrat Stefan Frey mit seinen beiden Anträgen, schon vor Ablauf der beschlossenen Probephasen auf der Hanfelder Straße und an der Ecke Leutstettener-/Josef-Jägerhuber-/Kaiser-Wilhelm-Straße vorzeitig Änderungen vorzunehmen. Lediglich an der Kreuzung der Hanfelder- mit der Oßwaldstraße soll es für Linksabbieger zusätzlich eine Orientierungshilfe geben – einen weißen Strich, der anzeigt, wie weit links sich Autofahrer, die links abbiegen wollen, aufstellen können.

Frey hatte schon im Januar beantragt, die zu Gunsten des bergauf markierten Fahrradschutzstreifens an der Hanfelder Straße beseitigte Linksabbiegespur in die Oßwaldstraße wieder herzustellen. Er führte zur Begründung in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Mobilität an, er habe dort bedenkliche Situationen mit Begegnungsverkehr erlebt. Gleiches gelte an der Abzweigung zur Riedeselstraße, wo die Linksabbiegespur ebenfalls nicht mehr vorhanden sei. Der CSU-Stadtrat wandte sich zudem gegen die Markierung des Fahrradschutzstreifens im Bereich der Querungsinsel für Fußgänger auf Höhe der Otto-Gaßner-Straße. Seine Begründung: „Da ist weit und breit kein Fahrradfahrer zu sehen.“ Die Verbreiterung der Aufstellfläche für Fußgänger an der Ecke Leutstettener-/Josef-Jägerhuber-/Kaiser-Wilhelm-Straße sei in seinen Augen „fast schon überbreit“, so Frey. Es führe zu Unsicherheiten bei Autofahrern im Begegnungsverkehr. Ob das wirklich so sein müsse. Die Bürgermeisterin sagte „Ja“, denn so sei jetzt der Überweg über die Straße für Fußgänger kürzer und übersichtlicher. Alle beteiligten Behörden sowie die Fahrer der MVV-Busse hätten dem zugestimmt.

Der Ausschuss hatte sich im Oktober einstimmig darauf geeinigt, den teils überbreiten Verkehrsraum der Hanfelder Straße neu für alle Verkehrsteilnehmer aufzuteilen, sobald die Westumfahrung im Dezember in Betrieb gehe. Das war vom Rathaus umgehend umgesetzt worden. Bauliche Veränderungen gab es nicht, nur neue Markierungen. Für Probleme an der Kreuzung mit der Oswaldstraße hatte Bürgermeisterin Eva John wenig Verständnis, denn die Breite der Straße sei ja unverändert. Linksabbieger ordneten sich links ein, Geradeausfahrer dürften rechts vorbei fahren, so lange sie keinen Radfahrer auf dem Schutzstreifen gefährdeten. Dabei dürfe der Schutzstreifen auch überfahren werden. Gleiches gelte an der Riedeselstraße. Martina Neubauer (Grüne) wollte Freys Antrag „aus der Perspektive der Autofahrer“ nicht folgen. Man solle die Beschlüsse zur Neuaufteilung der Fahrbahn nicht rückgängig machen, denn „Alltagsradler fahren nicht hinten rum“. Tim Weidner (SPD) sah dagegen „das Kind mit dem Bade ausgeschüttet“, weil es nun an der „von mir erkämpften Ampel“ Unsicherheiten bei Abbiegen gebe. Josef Pfister (BMS) stellte fest: „Das ist jetzt keine Rennstrecke mehr. Ich habe den Glauben noch nicht aufgegeben, dass Autofahrer es lernen. Es funktioniert alles.“ Man könne doch nicht nach fünf Monaten schon sagen, das habe sich nicht bewährt. Klaus Rieskamp (DPF) sprach stattdessen von „Scheinsicherheit für Radfahrer“. Franz Heidinger (BLS) wollte die Radfahrer lieber durch die angrenzenden Wohngebiete schicken: „Das ist jetzt so was von unübersichtlich. Vorher war es eine schöne Ampelanlage.“ John bat  um Verständnis, dass die Markierungen „nach dem strengsten Winter, den wir seit Jahren hatten“, nicht mehr überall ausreichend sichtbar seien. Sie würden, sobald es die Witterung erlaube, erneuert. Frey bestand weiter darauf, auf der Hanfelder Straße herrsche jetzt „Verkehrschaos“. Keines der vorgebrachten Argumente habe ihn überzeugt. Heidinger beantragte an dieser Stelle das Ende der Debatte. Der Ausschuss folgte dem mit 6:7 Stimmen.

Die Linksabbiegespuren wieder einzurichten, wie von Frey beantragt, lehnte die Mehrheit ab (5:8). Mit 9:4 Stimmen sprach sich der Ausschuss aber für den von Winfried Wobbe (UWG) formulierten Kompromiss aus: Es soll eine Orientierungshilfe für Linksabbieger markiert werden. Ob und wie das regelkonform ist, konnte die Bürgermeisterin noch nicht sagen: „Wir dürfen nur das tun, was rechtmäßig ist“, gab sie zu bedenken.