Der Chef des Hauptamtes im Rathaus, Ludwig Beck, blieb in der Stadtratssitzung dabei: Eine städtische Satzung sollte keine Empfehlungen enthalten, weil sich daran zu halten für niemanden Pflicht sei. So etwas verwirre die Bürger nur. Die Verfasserin der auf der Tagesordnung stehenden neuen Satzung über die Abhaltung von Bürgerversammlungen, Angelika Kammerl (DPF) (siehe Kammerls neue Fleißaufgabe), konnte er nicht überzeugen. Sie bestand darauf, dass über ihren Entwurf abgestimmt wird: „Empfehlungen und Konkretisierungen bedeuten, Grau raus und Weiß rein. Denn Graubereiche werden nicht immer so behandelt, wie Betroffene das wollen“, war ihre Argumentation.

Josef Pfister (BMS) erinnerte an die längere Debatte zu Anfang der Sitzung, in der sich Stefan Frey (CSU) über die großen Belastungen der ehrenamtlichen Stadträte durch zusätzliche Sitzungen beschwert habe. Die von Kammerl verlangte Satzung werde im Gremium nun schon zum mindesten achten Mal beraten, so Pfister. Kammerl habe sich  und die Verwaltung damit beschäftigt, obwohl eine sehr gut besuchte Bürgerversammlung eine solche Satzung abgelehnt hatte. „Das macht Sitzungen lang  und häufig“, so Pfister, er stimme dagegen. Auch Iris Ziebart (FDP) hatte den Erlass einer solchen Satzung in einer schriftlichen Stellungnahme als „Aufwand an Bürokratie für Bürger und Verwaltung“ abgelehnt. Sollte die Mehrheit dennoch darauf bestehen, bitte sie, die Satzung so präzise und kurz wie möglich zu halten. Klaus Huber (WPS) meinte: „Machen wir uns nicht lächerlich? Wir sollten das mal bleiben lassen.“

Aber wie immer konnte sich Kammerl der Mehrheit von CSU, UWG, SPD, DPF und BLS sicher sein. Die Grünen hatten sich schon vor der Abstimmung verabschiedet, weil sie zeitgleich eine Parteiveranstaltung hatten. Mit 17:7 Stimmen wurde die Satzung beschlossen.