Ob und wie viele Saunabesucher im Seebad oder Besucher der dortigen Gastronomie sich tatsächlich gestört fühlen oder sich beschwert haben, ist unbekannt. Bürgermeisterin Eva John sprach von nur wenigen. Das Thema wurde vor allem von DPF-Stadträtin Angelika Kammerl in die Öffentlichkeit getragen und über die sozialen Netzwerke verbreitet. Es geht darum, dass Besucher der Sauna-Hütten nach dem Saunagang auf dem Weg zum See unverhüllt gesehen werden können – von einer Ecke der Restaurant-Terrasse aus. Schon bei den Diskussionen um die Baugenehmigung des ertüchtigten ehemaligen Wasserparks, heute „Seebad Starnberg“ war gesagt worden, dass ein Sichtschutz eingeplant werde, allerdings in Form einer Bepflanzung, die erst wachsen müsse. Das Seebad ist jetzt gerademal ein Jahr in Betrieb.

In der Sitzung sprach Kammerl von einer „Peep-Show“. Sie schlage eine Ortsbesichtigung vor, bei der sich Stadträte oder Verwaltungsangestellte als Saunagänger zur Verfügung stellen sollten.

Tim Weidner (SPD) nahm das alles nicht so ernst: „Textilfrei ist üblich in der Sauna, wer das nicht will, kann sich ein Handtuch umwickeln. Starnberg ist doch keine verklemmte Stadt. Wer sich auf der Restaurant-Terrasse gestört fühlt, kann wegschauen. Im Fall der Ortsbesichtigung stelle ich mich gern in meiner ganzen Pracht zur Verfügung.“ Bedeutender sei für ihn jedoch, wie es nach dem ersten Betriebsjahr wirtschaftlich um das Seebad bestellt sei. Er erbat einen Bericht des Rathauses im Hauptausschuss des Stadtrates. Der stehe bereits am 26. Juni 2019 auf dem Plan, sagte Bürgermeisterin  John.

Franz Heidinger (BLS) mahnte, man solle das Sichtproblem „nicht so hoch hängen“. Günther Picker (WPS) beantragte das Ende der Debatte, was mit 26:3 Stimmen beschlossen wurde. Kammerls Antrag, eine Pergola als Sichtschutz zu bauen, wurde dann mit 4:25 Stimmen abgelehnt. Ihr Kommentar: „Ihr Spielverderber.“