Er ist so etwas wie ein besonderes Markenzeichen der Stadt Starnberg und dementsprechend auch weit über die Grenzen der Kreisstadt bekannt. Am heutigen 14. Juni 2019 feiert Willi Großer seinen 85. Geburtstag. Volksmusik, bayerische Sprache und Lebensart, bayerische Tracht und das Starnberger Burghof-Singen – das alles ist mit seinem Namen eng verbunden.

Im August 2018 verlieh der Landkreis Willi Großer für sein Lebenswerk den Kulturpreis. Aber das ist bei weitem nicht die einzige Auszeichnung, die er erhalten hat. Seit seiner frühesten Kindheit ist der Heimat- und Volkstrachtenverein Starnberg wichtiger Bestandteil seines Lebens. Er ist dessen Ehrenvorstand, seitdem er das Amt des ersten Vorstands 1990 nach 28 Jahren abgegeben hat. Vorher gab es fast keine Vereinsfunktion, die Großer nicht inne hatte. Eng verbunden ist er auch der Starnberger Heimatbühne. Das jährliche Volksmusikseminar des Landkreises verdankt ihm das Bestehen, ebenso die Starnberger und Hochberghauser Tanzlmusi.

Willi Großer war von 1981 bis 1999 Kreisheimatpfleger und hat unzählige Sänger- und Musikantentreffen organisiert. Von der Bundesrepublik Deutschland wurde er mit dem Bundesverdientskreuz am Bande ausgezeichnet, von der Stadt Starnberg mit der Bürgermedaille. Und weil er dank seiner besonderen Stimme und seiner kultivierten Mundart bis zu seinem 70. Geburtstag zudem Sprecher in der Volksmusik-Wunsch-Sendung der Bayerischen Rundfunks war, erhielt er natürlich auch die Rundfunkmedaille. Der Jubilar gilt als bester Georg Queri-Interpret für Lesungen. Kaum jemand kennt jedoch eines seiner vielen Nebenämter, das er versah, weil er mit seinem Wohnhaus und dem dortigen, von ihm 66 Jahre lang betriebenen Tabakwaren- und Volkskunst-Laden halt ganz in der Nähe wohnt: Großer war Maibaumfahnenaufzieher. Vor dem Feiertag 1. Mai hat er viele Jahre lang dafür gesorgt, dass zur richtigen Zeit die Fahne am Maibaum wehen konnte – bis der Bau einer Bank um das Traditionszeichen der Stadt herum den Job unmöglich machte. Großer gab Fahne und Seil deshalb im Rathaus zurück. Damals wie heute macht er keine Mördergrube aus seinem Herzen und sagt seine Meinung. Dafür schätzen ihn die Starnberger.