Man kann auf der Internetseite der „eurobuch Sportanlagen GmbH“ bereits für die Wintersaison seine Spielzeiten im Tennis in der Traglufthalle buchen. Dennoch wirft eine Anzeige der „Baywobau“, eine Baubetreuungs-GmbH, in Print- und Onlinemedien am Pfingstwochenende viele Fragen auf, die den Fortbestand des Tennisparks insgesamt betreffen. Die Baywobau hat 10100 Quadratmeter – das sind im wesentlichen die fünf Außenspielplätze samt Zufahrt und Parkplätze – als „Spekulationsgrundstück“ zum Verkauf angeboten. Sie weist darauf hin, dass dort „noch kein Baurecht“ besteht, und der Verkauf „wie es steht und liegt“ erfolgen soll. Als Verhandlungsbasis werden 2,5 Millionen Euro genannt. Nicht betroffen sind die sechs Tennisspielplätze in der Traglufthalle. Dieses Grundstück gehört der Stadt.

Hinter der eurobuch Sportanlagen GmbH stehen die Brüder Rolf und Richard von Rheinbaben aus Tutzing. Sie haben den Tennispark nach der Insolvenz des früheren Betreibers Peter Lang übernommen und auch bereits bedeutende Investitionen getätigt. Voraussetzung für den Fortbestand des Tennisbetriebs über das Jahr 2020 hinaus ist zum einen, dass die Stadt Starnberg zustimmt, das Erbbaurecht von Lang auf die eurobuch zu übertragen und zugleich bereit ist, die bisher Lang zustehende Option einer Verlängerung um nochmals zehn Jahre bis 2030 ebenfalls zu übertragen. Sollten die Außenspielplätze mit Zufahrt und Parkplätzen – Eigentümerin bisher die Bayerische Hausbau GmbH –  allerdings verkauft werden, hätte die Tennishalle weder Zufahrt noch Parkmöglichkeit auf dem eigenen Grund. Diese Flächen hatte die Eigentümerin der Außenplätze, Zufahrt und Parkplätze ursprünglich an Lang verpachtet. Seit 2009 wurde die Nutzung aber nur noch geduldet. Laut Presseberichten gibt es wohl eine Vereinbarung, die Nutzung auf jeden Fall bis 2020 weiter zuzulassen. Wie es dann weiter geht, hängt davon ab, wer in Zukunft Eigentümer der Fläche ist und welche Pläne er damit verfolgt.

Bürgermeisterin Eva John hat auf Anfrage des Blogs gesagt, das Verfahren in Sachen Übertragung der Erbbaurechte am städtischen Grundstücksteil mit der Traglufthalle laufe noch. Diesbezüglich gibt es auch eine Klage des Insolvenzverwalters Christian Gerloff gegen die Stadt Starnberg auf Übertragung des  Rechtes beim Landgericht München II. Was Zufahrt und Parkplätze angeht, antwortete John auf die Frage, ob der Teil der Bayerischen Hausbau, einem Ableger der Schörghuber Gruppe, überhaupt einzeln verkauft werden kann, ohne dass die Nutzung der Tennishalle damit unmöglich gemacht würde: „Private wie städtische Grundstücke sind einzeln erschlossen, allerdings müssten neue/andere Zufahrten angelegt werden.“ John verneinte Absichten der Stadt, ihren Teil ebenfalls verkaufen zu wollen. „Dazu gibt es keinen Stadtratsbeschluss“, sagte sie.

Und was könnte ein Käufer der nun offensichtlich auf dem Immobilienmarkt befindlichen 10100 Quadratmeter damit anfangen? „Im Flächennutzungsplan ist ‚Tennisanlage‘ festgelegt“, so John. Das ließe sich aber ändern. Im Stadtentwicklungsplan sei die Fläche für Siedlungsentwicklung vorgesehen, wobei jedoch Lärmkonflikte mit dem Hallentennis im Norden, den Märkten an der Gautinger Straße und der Bahn im Westen bewältigt werden müssten. Das Einzelhandelskonzept der Stadt aus 2013 spreche von einer „Fachmarkt-Agglomeration“ im Gewerbegebiet Nord. Das gilt für die gesamte Fläche des bisherigen Tennisparks. In der Legende zum Konzept heißt es dazu „Sonstiges/Wohnen“. „Beschlüsse zur Entwicklung der Grundstücke/Bauleitplanung gibt es keine“, so Johns Hinweis.

Sollte sich ein Käufer für die Außenspielplätze finden, wäre dies nicht der erste Verkauf, der die Bedingungen für den Tennissport in Starnberg verschlechtert. Genau gegenüber, auf der Westseite der Bahngleise, hatte ebenfalls die Bayerische Hausbau GmbH 2016 die Flächen eines Wäldchens mitsamt den dort vom TSV gebauten fünf Tennis-Außen-Sand-Plätzen an einen Investor verkauft, der dort das Wohnprojekt „Garten Rieden“ verwirklichen wollte. Wie berichtet, dauerte es einige Zeit, bis der Sportverein wieder eine Lösung für seine Tennisspieler anbieten konnte. Aus dem Wohnprojekt ist bis heute nichts geworden, weil der Stadtrat es abgelehnt hatte, den dafür nötigen Bebauungsplan auf den Weg zu geben, damit aus dem Wäldchen Bauland wird.