Seit Wochen schreiben und berichten die verschiedensten Medien über das Lebenswerk von Deutschlands bedeutendstem Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas. Seit seinem 80. Geburtstag ist er Ehrenbürger der Stadt Starnberg. Heute ist sein 90. Geburtstag.

Der gebürtige Düsseldorfer hat Philosophie, Geschichte und Psychologie studiert. Er war Mitarbeiter des Philosophen und Soziologen Theodor Adorno am Institut für Sozialforschung in Frankfurt, habilitierte in Marburg und gründete 1971 zusammen mit Carl-Friedrich von Weizäcker (Physiker, Philosoph und Friedensforscher) das „Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt“, und zwar in Starnberg. Hierher war er mit seiner Familie im gleichen Jahr gezogen. Verlassen hat er das Institut 1981.

Die Fragestellung, die Habermas beschäftigte und neben aktuellen Fragen zur Bedeutung der Religion oder Zukunft Europas immer noch beschäftigt, lautet: „Wie eine kritische Gesellschaft beschaffen zu sein hat, die eine dem erreichten Stand der sozialwissenschaftlichen Erkenntnis sowie historischen Erfahrung angemessene Theorie der Demokratie darstellt?“

Im Jahr 1981 erschien sein „Handlungsleitfaden für die moderne Gesellschaft“, eine zweibändige „Theorie des kommunikativen Handelns“. Neben vielfachen anderen Auszeichnungen erhielt Habermas 2001 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.

Bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Starnberg – er ist der 15. Starnberger Ehrenbürger – hob Habermas hervor, dass er dankbar sei, dass man ihm hier das von ihm gewünschte zurückgezogene private Leben ermöglicht habe.