Der Antrag der FDP-Fraktion vom April 2019 (siehe FDP: Zwischenlösung für Bahnhof See) hatte in der jüngsten Stadtratssitzung Erfolg. „Es geht um die Erkenntnis, dass es noch dauern wird, bis irgendeine Verbesserung am Bahnhof See spürbar werden kann. Ich rechne mit zehn Jahren. Deshalb halten wir es für sehr erforderlich, jetzt schon den dringenden Willen zu bekunden, dass es zu einer Zwischenlösung kommt: Für die fehlenden Bahnsteigdächer und für den barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen. Da muss eine Lösung für die nächsten zehn Jahre gefunden werden“, begründete Iris Ziebart, FDP-Fraktionssprecherin, den erneuten Vorstoß. Der Stadtrat solle der Bürgermeisterin und den Stadträten, die an den Mediationsrunden mit der Bahn zur Suche einer Lösung für den Seebahnhof und sein Umfeld beteiligt seien, den Auftrag erteilen, auch in diesem Punkt, also für die Interimszeit bis zu größeren Lösungen, eine Vorgehensweise zu finden.

Angelika Kammerl (DPF) verwies auf schon mehrfach ähnlich geartete Anträge, auch von ihrer Fraktion und bezeichnete den FDP-Vorstoß als „albern“. „Wenn sich die Bahn nicht bewegt, müssen wir das hinnehmen. Und sollte die Mediation gut ausgehen, wird die Bahn etwas anbieten“, so Kammerl, die Mitglied im Mediationsteam ist.

Pessimistisch äußerte sich Ludwig Jägerhuber (CSU): „Grundsätzlich kann man zustimmen, aber wir wissen, dass die Bahn nichts macht. Bitte verschonen Sie den Stadtrat mit solchen Schaufensteranträgen“, bat er Ziebart.

Klaus Huber (WPS) fand, es wäre schon ein Fortschritt, wenn die Bahn vor dem nächsten Winter auf den Bahnsteigen mehr überdachte Wartehäuschen platzieren würde.

Franz Heidinger (BLS) baute schon mal vor: „Wenn sich die Bahn nicht bewegt, kann der Stadtrat nichts dazu.“

Mit 13:11 Stimmen wurde die Verwaltung beauftragt, im Rahmen der Mediationsgespräche zu klären, wie im Bereich des Bahnhofs Starnberg See akzeptable Zwischenlösungen für barrierefreie Zugäng und Dächer an den Bahnsteigen kurzfristig erreicht werden können.