Das neue, der Stadt gehörende Seebad Starnberg läuft ausgezeichnet und erfreut sich seit seiner Eröffnung im Juli vergangenen Jahres enormer Beliebtheit. Das ist Ergebnis des ersten Erfahrungsberichtes, den der Chef des Seebades, Christian Herrmann, jetzt vor dem Hauptausschuss des Stadtrates über die zehn ersten Betriebsmonate abgab. So kamen im Mai dieses Jahres 15623 Besucher ins Hallenbad und 4412 Gäste nutzten die neue Saunalandschaft. Im Januar waren es noch mehr: 16481 im Hallenbad und 5665 in der Sauna. Verglichen mit dem alten Wasserpark vor dem Umbau und der Erweiterung ab dem Jahr 2015/2015: Im Hallenbad 9519 im Januar (9808 im Mai) und 2460 im Januar  (1327 im Mai) in der Sauna. Ohne die kalkulatorischen Kosten wie Abschreibung und Zinsen betrug der Einnahmenüberschuss im Zeitraum seit der Eröffnung 94100 Euro. Auch die Besucheranzahl im Strandbad ist seit Inbetriebnahme des Seebades gestiegen: Auf 43245 Gäste gegenüber 22036 vor der Schließung für den Umbau des Bades, während dem das Strandbad jedoch reduziert weiter laufen konnte. Herrmann sprach von deutlichen Steigerungen, mahnte jedoch auch, man komme mit diesen Zahlen an die Kapazitätsgrenze. Bürgermeisterin Eva John: „Man kann sich über die positive Entwicklung nur freuen.“

Freude war allerdings nur seitens der Fraktionen BMS, WPS und FDP zu vernehmen. So dankte Christine Lipovec (BMS) den 22 Teammitgliedern des Seebades dafür, „dass sich alle so toll ins Zeug legen“. Verglichen mit dem alten Wasserpark könne man nun „wesentlich mehr Leute glücklich machen“ und habe obendrein ein viel geringeres Defizit. Markus Mooser (FDP) nannte die Zahlen „außerordentlich erfreulich“. Das komme eben daher, dass alles funktioniere, und weil das Team freundlich zu den Gästen sei. Mooser zeigte sich froh, dass sich das „bashing (öffentliche Beschimpfung) in den sozialen Medien“ inzwischen auch gelegt habe. Anton Wiesböck (FDP) sagte, er sei von den Zahlen positiv überrascht.

Winfried Wobbe (UWG) bemängelte dagegen, dass das Seebad nicht mehr den ganzen Vormittag den Schulen zur Verfügung steht, sondern stets nur eine Anzahl von Bahnen in den Schwimmbecken. Auch der Sportverein TSV habe eine Warteliste für 60 Schwimmer, die mehr Zeit im Hallenbad benötigten, betonte er. Herrmann sagte, sein Team werde alles versuchen, so lange es keine großen Einschränkungen bei der Nutzung durch die Öffentlichkeit gebe.

Franz Heidinger (BLS) verlangte, eine Familien-Jahreskarte neu einzuführen. Herrmann will das kalkulieren lassen. Eine Absage erteilte er Heidingers Forderung, die dürfe nur für Starnberger Familien gelten. Das widerspreche dem Gleichheitsgrundsatz.

Eine längere Diskussion gab es noch über den Antrag von Stefan Frey (CSU), den Aktiven der Feuerwehr den kostenlosen Zutritt zum Seebad zu ermöglichen. In der Sitzung dehnte Frey diesen Antrag auch auf Angehörige der Ortsgruppen der Wasserwacht, des BRK-Rettungsdienstes und des THW sowie der DLRG aus. Trotz Bedenken bei zahlreichen Stadträten, ob dies wiederum der Gleichbehandlung Ehrenamtlicher widerspreche und die bisher schon bayernweit ausgegebene Ehrenamtskarte für ermäßigten Eintritt nicht ausreiche und die bessere Lösung sei, sprach sich der Ausschuss am Ende einstimmig für eine solche Sonderregelung aus. Allerdings muss die Verwaltung dafür die organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen versuchen, bevor der Stadtrat endgültig eine Entscheidung trifft.

Inzwischen hat das Rathaus eine Pressemitteilung zu ihrer neuen Einrichtung und deren Erfolg herausgegeben:

‚„Wir sind sehr zufrieden“, fasst Erste Bürgermeisterin Eva John die Jahresbilanz des neuen Seebads Starnberg nach der Wiedereröffnung vor gut einem Jahr zusammen. 140.000 Besucherinnen und Besucher sprangen im Hallenbad von Juli 2018 bis Mai 2019 in die Fluten – ganze 57.658 Gäste mehr als im selben Zeitraum in der Saison 2014/2015 vor Sanierung des Bades.

Auch das Angebot der neuen Saunahütten direkt am Seeufer lockte zahlreiche Saunaliebhaber an. Im Zeitraum von Juli 2018 bis Mai 2019 nutzten 48.425 Gäste das Saunaangebot des Seebads, im vergleichbaren Zeitraum von 2014 bis 2015 waren es vergleichsweise wenig Gäste, nämlich ca. 15.838 Saunagänger. Im beliebten Saunamonat Januar besuchten 5.665 Gäste die Saunahütten im Seebad, vor der Sanierung waren es im Januar mit 2.460 Besuchern weniger als die Hälfte.

Auch das Strandbad hat eine gestiegene Besucherzahl zu verzeichnen: Von Juli 2018 bis Mai 2019 tummelten sich dort 43.245 Sonnenanbeter, von Juli 2014 bis Mai 2015 waren es insgesamt 22.036.

„Die gestiegenen Zahlen sind auf das vielseitige und wirklich attraktive Angebot unseres neuen Starnberger Seebads zurückzuführen. Es freut mich, dass mit dem neuen Seebad eine Freizeiteinrichtung geschaffen wurde, die viele Zielgruppen vor Ort anspricht. Großen Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seebads Starnberg, die mit viel Einsatz für unsere kleinen und großen Besucher da sind und die Gesichter unseres Seebads sind“, so Erste Bürgermeisterin Eva John. Die Gastronomie, das Strandhouse Starnberg, rundet mit den vielen und leckeren Köstlichkeiten das Angebot des Seebad Starnberg ab.‘