Der Haupt- und Finanzausschuss  hat dem Stadtrat jetzt einstimmig empfohlen mit einer neuen Parkgebührenordnung das Abstellen der Fahrzeuge in der Innenstadt, am Tutzinger-Hof-Platz, im Gebiet um das Landratsamt, am Bahnhof Nord und am Seebahnhof neu zu regeln. Anstoß für das Tätigwerden waren zahlreiche Unfälle mit Sachschäden und Gefährdungen von Personen auf der Schotter-Parkfläche östlich des Seebahnhofs gewesen. In dem Bereich herrscht große Nachfrage nach Parkplätzen. Bürgermeisterin Eva John und ihre Verwaltung hatten Vorschläge gemacht, wie man dem täglichen Chaos dort Herr werden könnte und den Auftrag erhalten, eine neue Gebührenordnung statt des bis dahin kostenlosen Parkens für diese Fläche zu entwerfen. Weitere städtische Bereiche sollten einbezogen werden (siehe Gegen Parkchaos am Seebahnhof). Der dem Ausschuss nun vorgelegte Entwurf fand volle Zustimmung. Nur der Stadtrat muss noch grünes Licht dazu geben.

Somit wurde die schon bestehende Parkgebührenordnung für die mit Parkscheinautomaten versehenen Zonen überarbeitet und neue Zonen festgelegt. Aufgenommen ist, dass die Verordnung in der Innenstadt zwischen 9.30 und 18 Uhr Anwendung findet. Die Gebühren sind gegenüber bisher unverändert, ebenso die Höchstparkdauer von zwei Stunden im gleichen Zeitraum, was zwei Euro kostet. Außerhalb dieser Zeiten kann kostenlos geparkt werden. Am Tutzinger-Hof-Platz wurden die Gebühren ebenfalls nicht geändert, aber sie gelten nun tagsüber zwischen 9.30 und 18 Uhr. Die Höchstparkdauer beträgt hier wie bisher eine Stunde. Keine Änderung in der Umgebung des Landratsamtes. Neu ist die Regelung für den Bahnhof Nord. Hier sollen die Parkplätze ausschließlich Nutzern von S-Bahn und Bussen vorbehalten bleiben, weshalb ein MVV-Ticket Voraussetzung dafür ist, dass man pro Tag für 0,50 Euro auf dem Parkdeck stehen darf. Der Kommunale Ordnungsdienst wird stichprobenartig bei der Ausfahrt aus der Parkanlage kontrollieren. Ebenfalls neu ist die Regelung am Bahnhof See, die rund um die Uhr gilt. Je angefangene Stunde beträgt die Gebühr 1,50 Euro. Die Höchstparkdauer beträgt vier Stunden. Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs zahlen, wenn sie eine Fahr- oder MVV-Zeitkarte vorweisen können, einen Euro pro Tag. Auch hier kontrolliert die Kommunale Verkehrüberwachung temporär. Anwohner können Parklizenzen beantragen. Ihre Anliegen werden dann von der Verwaltung geprüft.

Die Verordnung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft, die bisherige außer Kraft. Die Verwaltung hat geprüft, ob Pöckinger, die mit dem Auto zum Seebahnhof fahren, um in Starnberg in den Zug einzusteigen, trotz dieser Parkgebühren Kosten sparen. Es hat sich aber heraus gestellt, dass diese Bahnnutzer durch die neue Gebührenordnung finanziell nicht besser gestellt sind als Starnberger. Was die Anregung der Grünen angeht, mehr Radabstellplätze und Ladestationen für E-Bikes am Seebahnhof zu schaffen, verwies die Bürgermeisterin darauf, dass es in der Maximilianstraße eine neue Ladesäule gibt und weitere sich in Planung befinden. Bei den Radabstellplätzen droht der Stadt im nächsten Jahr wegen größerer Baumaßnahmen durch die Bahn AG ohnehin ein Schienenersatzverkehr. Erst wenn dies alles abgeschlossen sei, könne man neue Überlegungen anstellen. Während Stefan Frey (CSU) meinte, die Einhaltung der neuen Parkgebührenverordnung sei schwierig zu überwachen, zeigte sich John überzeugt: „Das wird sich einspielen.“