Kaum war die neue Schranke aufgebaut, die die unberechtigte Zufahrt zur Promenade und zum Restaurant „Undosa“ künftig verhindern soll, und entlang des Unteren Seewegs das Parken drastisch eingeschränkt, weil schlicht ausreichende Straßenbreiten fehlen – schon gab es einen Aufschrei in der Bevölkerung und eine Petition. Bürgermeisterin Eva John wurden die Unterschriften von 40 „Frühschwimmern“ überreicht, die sich wünschen, wie seit Jahren morgens oder abends nur für eine Schwimmrunde mit dem Auto zum beliebten Starnberger Badegelände „Steininger“ fahren und dort am Unteren Seeweg für kurze Zeit parken zu dürfen. In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Mobilität informierte John nochmals ausführlich über die Hintergründe für die Parkverbote und Ausschilderung des Unteren Seewegs als Rettungsweg. Sie bot an, mit den Verkehrsbehörden Polizei und Landratsamt darüber zu beratschlagen, was im Sinne der Kurzzeit-Schwimmer noch machbar ist. „Ich werde berichten“, versprach sie.

Nach dem Einbau der Schranke seien die Verkehrsverhältnisse im gesamten Bereich neu zu ordnen gewesen, erläuterte John den Stadträten die Historie. Die neue Schranke (siehe Neue Schranke an der Seepromenade und Kein Parken mehr am Undosa) sei nach Beschädigungen in den ersten Tagen inzwischen akzeptiert. Der Bereich befinde sich „endlich auf dem Weg zur Qualitätsverbesserung“, so John. Zuvor gab es immer wieder Beschwerden über wildes und unberechtigtes Parken oder Befahren an der Seepromenade. Das neue Verkehrskonzept war vom Ausschuss am 12. März 2019  einstimmig gebilligt worden und der Auftrag zur Umsetzung ergangen. Klar war da schon, dass in möglichen Bereichen, in denen die Fahrbahnbreite ausreicht, Parkplätze markiert werden sollten. Weil da auch schon klar war, dass es vielfach eng werden würde, wurde die Verwaltung zudem gebeten, mit der Bahn darüber zu verhandeln, ob diese einen Streifen ihres bewachsenen Bahndamms der Stadt überlassen würde, damit der Untere Seeweg verbreitert werden könnte. John trug nun die Fakten vor: „Tatsache ist, dass die Fahrbahnbreite nur zwischen 4,43 und 4,50 Meter beträgt. Ein parkendes Auto benötigt zwei Meter und die dann noch vorhandene Restbreite von drei Meter, die die Straßenverkehrsordnung fordert, kann so gut wie nirgends eingehalten werden, so dass wir uns wahnsinnig schwer tun, solche Flächen zu markieren.“ Denn der Untere Seeweg sei zudem die einzigste Erschließung für alle Notfalleinsätze, denn die Unterführung von der Possenhofener Straße auf Höhe des Segelvereins MRSV sei schlicht zu klein. Als halbwegs praktikablen Vorschlag habe die Stadtverwaltung im Bereich Steininger drei Parkplätze für Behinderte markiert, plus acht, auf denen das Be- und Entladen von Fahrzeugen möglich ist. Den Eingriff in die Bahn-Böschung habe man mit der Bahn besprochen: „Die Bahn überlässt ihren Teil nicht.“ Teils gehörten auch geringe Böschungsanteile – knapper als ein Meter Breite – der Stadt. Doch dafür Planungen zum Umbau zu erstellen bedeuteten eine sehr große Baumaßnahme, weil die gesamte Böschung dann abgefangen werden müsse und im Untergrund überall wichtige Kabel liegen, warnte die Bürgermeisterin. Mehrere Stadträte machten Vorschläge, nur den Begrenzungsstein zwischen Fahrbahn und Böschung niedriger zu mache, damit die Autos mit einem Reifen im Böschungsbereich stehen können.

Stefan Frey (CSU) beantragte „eine pragmatische Lösung“. Für Ältere und Mütter mit Kindern sollten zur Hauptbadezeit im Sommer Kurzparkzonen von 7  bis 8 und von 19 bis 20 Uhr geschaffen werden. „Es ist richtig, dass man Recht einhält“, sagte Frey. Aber während der von ihm genannten Zeiten könne der Rettungsdienst im Notfall dann über den Gehweg fahren. „Das dürfen die ja“, so der CSU-Rat. Weil John gegenüber der Presse kürzlich auch auf eine solche Möglichkeit hingewiesen hatte, zumal dies in den vergangenen Jahrzehnten schon so gehandhabt worden war, hatte sie sich aber den öffentlichen Zorn der Polizei zugezogen. In einer Lokalzeitung rüffelte deren Vertreter die Bürgermeisterin und machte keinerlei Hoffnung, dass eine solche Regelung genehmigt werden könnte. Angelika Wahmke (UWG) erinnerte aber ebenfalls daran, dass es schon seit Einrichtung des Steininger vor 25 Jahren dieses rechtswidrige Parken im Unteren Seeweg gegeben habe und die Rettungsfahrzeuge deshalb über den Gehweg hätten fahren müssen.

Nun muss das Ergebnis der Besprechungen zwischen Rathaus und Polizei sowie Kreisbehörde abgewartet werden. Franz Sengl (Grüne) warb derweilen dafür, das Fahrrad zu benutzen um zum Schwimmen zu fahren.