Vor der Kammer „13L“ des Bayerischen Verwaltungsgerichtes München hat heute die  fast dreistündige Verhandlung der Disziplinarklage gegen Starnbergs Bürgermeisterin Eva John stattgefunden. Das Disziplinarverfahren war von Landrat Karl Roth am 7. August 2017 angestoßen und von der Landesanwaltschaft, die zugleich Disziplinarbehörde ist und im Verfahren die Stellung des Staatsanwaltes einnimmt, am 21. August 2017 eingeleitet und im November 2017 auf weitere Vorwürfe angeblicher Dienstvergehen ausgeweitet worden. Hintergrund waren ständige Beschwerden von Stadträten, die bei der Rechtsaufsicht des Landratsamtes und bei der Landesanwaltschaft über John vorgebracht worden waren (siehe Roth geht gegen John vor). In der Verhandlung hatte die Bürgermeisterin, beziehungsweise die sie vertretenden Anwälte der Münchner Kanzlei Seufert, Josef Geislinger und Michael Brey, Gelegenheit, die Vorkommnisse aus Sicht ihrer Mandantin und ihrer anwaltschaftlichen rechtlichen Würdigung darzustellen. Ein Urteil ist heute noch nicht ergangen. John hatte das Schlusswort, bei dem sie mit Emotionen die enorme Belastung schilderte, unter der sie in den fraglichen Monaten des Jahres 2017 gestanden hatte. Das Gericht, das aus der Vorsitzenden Richterin und zwei ehrenamtlichen Richtern bestand, muss sich noch beraten und gibt einen Tenor zur Entscheidung erst morgen bekannt. Die Landesanwaltschaft hatte vor der Verhandlung verlangt, der Bürgermeisterin das Gehalt für mindestens 36 Monate um zehn Prozent zu kürzen. In ihrem Schlussantrag erhöhte sie das geforderte Strafmaß auf  48 Monate, ohne jedoch neue Vorwürfe zu erheben. Johns Anwälte plädierten dagegen für die Abweisung der Klage. Ein ausführlicher Bericht über die Verhandlung folgt.