Im Juni 2018 hatte der Eigentümer des Grundstücks Waldschmidtstraße 6 c/d die Baugenehmigung für zwei Mehrparteien-Wohnhäuser mit Tiefgarage erhalten, weil sich das Vorhaben in die Eigenart der näheren Umgebung einfügte. Nun erbat er eine Tektur. Mit der Planänderung sollen laut Stadtbauamt hauptsächlich die Grundrisse umstrukturiert werden, was bedeutet, dass sich die Grund- und Geschossfläche sowie die Wandhöhe nur minimal erhöhen und die Baukörper geringfügig verschoben werden sollen. Hintergrund ist, dass die bisher in großzügiger Größe geplanten Wohnungen in kleinere Wohneinheiten umgewandelt werden. Die Zahl der Wohneinheiten steigt deshalb von acht auf 15. In der Tiefgarage ist dann auf der Grundlage der städtischen Stellplatzverordnung nur ein zusätzlicher Stellplatz erforderlich. Deren Anzahl richtet sich zum Beispiel nach der Größe der geplanten Wohnungen. Bei großen Flächen sind zwei Stellplätze nötig, bei kleinen nur einer. Bei den oberirdischen Parkplätzen sind nun nur noch vier statt sieben beantragt. Das Bauamt war der Ansicht, es stünden weder planungsrechtliche noch städtebauliche Belange entgegen.

„Ich bin entsetzt“, echauffierte sich CSU-Stadtrat Gerd Weger nachdrücklich. Vor einem Jahr habe der Bauausschuss mit nur einer Gegenstimme lediglich acht Wohneinheiten beschlossen. Jetzt sollten es 15 werden. „Sie produzieren hier Verkehr noch und nöcher, setzen Geschosswohnungsbauten in eine Villengegend. Das ist städtebaulich nicht mehr vertretbar. Ich verstehe nicht, dass die Verwaltung hier grünes Licht gibt. Sie machen den Gebietscharakter kaputt.“

Patrick Janik (UWG) hielt Weger entgegen, die Stadt müsse sich veränderten sozialen Gegebenheiten anpassen: Wir brauchen mehr kleinere Wohnungen.“ Seine Fraktionskollegin Angelika Wahmke meinte: „Wir müssen doch froh sein, das gibt kleine Wohnungen, die man sich leichter leisten kann.“

Josef Pfister (BMS) wies darauf hin, dass in fußläufiger Entfernung zwei Bushaltestellen vorhanden seien, hier also niemand unbedingt mit dem eigenen Auto fahren müsse. Außer Weger und seiner Fraktionskollegin Katja Fohrmann stimmten alle Ausschussmitglieder für das gemeindliche Einvernehmen zur Tektur (11:2).