Der Antrag der Bürgerliste (BLS), die Möglichkeit zu prüfen, ob und wie zwischen dem Pförtnerhaus und der Wohnbebauung ortseinwärts an der Andechser Straße in Söcking ein Mischgebiet inklusive Handwerkerhof realisiert werden könnte, ist gegen die Stimme von Franz Heidinger (BLS) vom Bauausschuss des Stadtrates abgelehnt worden (siehe BLS: Handwerkerhof in Söcking). Erfolg hatte die Fraktion insofern, als danach  von Bürgermeisterin Eva John zu Protokoll genommen wurde, dass die Verwaltung gebeten ist, den bei Söckinger Betrieben vorhandenen Erweiterungs- und Flächenbedarf zu ermitteln und Vorschläge für geeignete Flächen zu machen.

Laut Heidinger fürchten diverse Kleinfirmen, die ihren Sitz in Wohnbereichen haben, um ihre Existenz, weil sie immer mehr eingeengt werden. Seine Fraktion hoffe, es lasse sich ortsnah eine Fläche finden, die man für diesen Bedarf ausweisen könne, was wegen der dann vorhandenen Nähe von Arbeiten und Wohnen helfe, weniger Verkehr zu erzeugen.

Gerd Weger (CSU) meinte zu Heidinger: „Sie sind mutig. Die Volksseele in Söcking würde hochkochen, wenn man auf dem von Ihnen vorgesehenen Areal so etwas ausweist. Da tun wir uns keinen Gefallen.“ Man solle besser wo anders etwas finden, denn „dieser Hang ist eine heilige Kuh.“

Franz Sengl (Grüne) fand, der BLS-Vorschlag sei prinzipiell sehr zu begrüßen. Die Handwerksbetriebe brauchten rechtliche Grundlagen dafür, dass sie keine Probleme bekommen. Sengl mahnte, bisher mache man es falsch, wenn man die Wege zwischen Arbeiten und Wohnen verlängere, wie zum Beispiel mit der von seiner Fraktion abgelehnten Erweiterung des Gewerbegebietes in Schorn.

Patrick Janik (UWG) sieht zwar ein, dass Gewerbe im Wohngebiet „meist stark stört“, aber die von BLS ausgesuchte Stelle sei ungünstig und unglücklich. Besser sei es, wenn die Verwaltung nach Alternativen suche.

Laut Iris Ziebart (FDP) plädiert auch die Bayerische Architektenkammer dafür, Wohnen und Arbeiten mehr zusammenzubringen. Sie freute sich, dass es einmal ein Thema gebe, bei dem es unter den Stadträten keine Lagerbildung gebe, sondern man zusammen nach Lösungen suchen wolle.

Heidinger verwies auf Hanfeld, wo Wohnen und Arbeiten nebeneinander gut funktioniere. „Wenn man einen geeigneteren Platz findet, ist es mir auch recht“, schloss er.