Der Kulturausschuss des Stadtrates hat sich mit dem Museum Starnberger See beschäftigt. Der neue Museumsleiter Benjamin Tillig ist inzwischen fest in Starnberg  (siehe Neuer Museumsleiter stellt sich vor) und hat sich eingearbeitet. Er machte den Stadträten einen Vorschlag, wie bei der Erarbeitung eines Leitbildes sowie Museumskonzeptes vorgegangen werden sollte. „Das Museum Starnberger See versteht sich mit großer Verantwortung und ehrgeizigem Anspruch als Teil des sammelnden, bewahrenden, forschenden und vermittelnden Gedächtnisses des kulturellen Erbes unserer Gesellschaft“, heißt es in Tilligs Beratungsvorlage für die Stadträte. Auch das Starnberger Museum solle dem vom internationalen Museumsrat definierten „ICOM Code of Ethics für Museums“ von 2003 entsprechen. Das bedeute eine gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung, die im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung steht, die zum Zwecke des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, erforscht, bekannt macht und ausstellt. Grundlage aller Entscheidungen und Zukunftsperspektiven seien Leitbild und Museumskonzept, die es in Starnberg bisher nicht gebe.

Beim Leitbild gehe es um Fragen wie „Wer sind wir?“, „Was wollen wir?“, „Wie sehen wir uns?“ und „Wie möchten wir gesehen werden?“. Das Museumskonzept ergebe sich dann aus dem Leitbild und betrachte die Frage „Wie erreichen wir, was wir sein und leisten möchten?“. Es diene den lang- und mittelfristigen Planungen, der Entwicklung von Zielen und als Instrument zur Qualitätssicherung, so Tillig.

Der Kulturausschuss billigte den Beschlussvorschlag des Rathauses einstimmig. Demnach hat die Museumsleitung den Auftrag den angestrebten Prozess aufzunehmen, ein Vorgehen zu entwickeln, bei dem die Museumsmitarbeiter, Stadtverwaltung und -rat sowie interessierte Bürger mitwirken können. Beraten wird das Museum bei dem Prozess von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen, von Museumsleitern vergleichbarer Einrichtungen, Beratern des deutschen Museumsbundes und Experten für Kulturvermittlung sowie kulturelle Markenbildung. Im ersten Quartal 2020 sollen dem Kulturausschuss erste Ergebnisse vorgestellt werden. Auskünfte zu den Kosten konnte Tillig noch nicht geben: „Es kommt darauf an, wie wir den Prozess aufziehen.“ Tim Weidner (SPD) bat, die Seeufergemeinden einzubeziehen, denn das Museum trage bereits den ganzen Starnberger See im Namen. Genauso sollte nach Weidner auch das Stadtarchiv eingebunden werden, was Tillig aber ohnehin bereits in Angriff genommen hat. Martina Neubauer (Grüne) bestand darauf, dass vor eventuellen Vergaben von Aufträgen der Kulturausschuss nochmals zu informieren sei.

Folgende Mitteilung das Rathaus nach der Sitzung des Kulturausschusses heraus gegeben:

‚„Ein Leitbild ist die Grundlage für unsere Arbeit, denn es ist entscheidend, dass wir klar definieren, wer wir sind und was unser Auftrag ist. Nur so können wir das Museum in die Zukunft entwickeln und unserer Verantwortung gerecht werden“, so begründet Benjamin Tillig die erste Beschlussvorlage, die er als Museumsleiter des Museums Starnberger See in den Kulturausschuss der Stadt einbrachte. Der Kulturausschuss folgte der Vorlage und beauftragte die Museumsleitung am Montagabend, den 24.Juni 2019, mit der Entwicklung, Aktualisierung und Vervollständigung eines Leitbilds für das Museum Starnberger See. Bisher lag ein solches nur fragmentarisch vor.

Im Mittelpunkt des Leitbildes sollen Zweck und Auftrag sowie leitende Werte und gesellschaftliche Funktionen des Museums stehen. Es ist ein „Mission Statement“, eine Selbstverpflichtung an einen Weg und an Werte, die dem Museum zugrunde liegen sollen. Hilfreich bei der Entwicklung des Leitbilds werden die Qualitätsstandards des internationalen Museumsrats ICOM sein, in dem das Museum Starnberger See seit 2013 Mitglied ist. Darüber hinaus plant Benjamin Tillig sowohl mit sorgfältig ausgewählten Fachberatern als auch in offenen Gesprächsrunden mit interessierten Bürgern und engagierten Unterstützern das ideelle Zentrum des Museums herauszuarbeiten.

„Das wirklich wichtige an dem bevorstehenden Entwicklungsprozess ist die ganz offene, ebenso kritische wie liebevolle Beschäftigung mit dem Museum“, darauf freuen sich Erste Bürgermeisterin Eva John und Museumsleiter Benjamin Tillig sehr. Erste Bürgermeisterin Eva John ist sich sicher, dass das Museumsteam um Benjamin Tillig einen Weg finden wird, wie dieser Prozess bereichernd und offen gestaltet werden kann.

Die inhaltlichen Basisarbeiten werden schon bald beginnen, denn bereits im ersten Quartal 2020 sollen die Ergebnisse vorgestellt werden.‘