Nachdem die Verwaltung im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates die bisherige und voraussichtliche Entwicklung der Schülerzahlen in allen Starnberger Schulen erläutert hatte (siehe nachfolgenden Bericht), wurde nun im Ausschuss für Energie, Umwelt und Mobilität der Arbeitsbericht für das Schulwegsicherheitskonzept der Stadt Starnberg vorgestellt. Angelika Kammerl (DPF) hat es mit ihrer Kritik verrissen, andere Stadträte lobten es nachdrücklich. Am Ende der Debatte stand der einstimmige Beschluss, das Konzept für andere Schulen fortzuführen, denn bisher ging es um die Schulwege der Grundschüler.

„Es ging darum, die Schulwege sicherer zu machen und die selbstständige Mobilität der Kinder zu fördern“, führte Bürgermeisterin Eva John ins Thema ein. Beteilgt worden seien an der Arbeit die Kinder, Eltern, die Stadtverwaltung, Polizei und Fachbüros. Man habe den Bestand aufgenommen, die Eltern und Kinder befragt und ihre Aussagen ausgewertet sowie Hol- und Bringzonen eingerichtet. Das alles gedruckt und veröffentlicht wird, fehle noch. John erläuterte, wie vorgegangen wurde und welche Maßnahmen herausgefunden und teils schon umgesetzt wurden. Zum Beispiel die Einrichtung der Hol- und Bringzonen in Söcking (siehe Söcking: Sicherer Schulweg und Schulwegsicherheit in Söcking). Ähnliches solle in Percha geschehen, wo Eltern ihre Kinder ab der Kirche, der Haarkirchner- oder Würmstraße selbständig gehen lassen könnten. Voraussetzung ist aber immer, dass auf den begleitenden Straßen Tempo 30 gilt, worüber man sich erst mit Landratsamt und Polizei verständigen müsse. Viel verbessert worden sei auch im Umfeld der Schule an der Ferdinand-Maria-Straße. An der Schlossbergschule sei es am schwierigsten. Dort seien solche Zonen eventuell an der Dinardstraße und am Almeida-Weg möglich, wenn die Übergänge über die B2 von Schülerlotsen begleitet würden. Neben der Umsetzung der Maßnahmen sollen die Lehrkräfte geschult, ein Schulwegeplan erstellt und die Wirkung der Veränderungen kontrolliert werden.

In scharfem Ton legte Kammerl los: „Das betrifft ja nur die Grundschulen. Was ist mit den anderen Schulen? Für die vermisse ich sichere Wegeführungen. Ich stelle fest, dass es das Schulwegsicherheitskonzept für Starnberg nicht gibt. Das sollen Sie endlich mal erstellen. Es wird nur stückchenweise geplant und keiner hat eine Vorstellung, wo es hingehen soll. Es gibt gar kein Ziel.“

John antwortete: „Ich finde es bedauerlich, mit welcher Härte Sie die jahrelange Arbeit der Verwaltung beurteilen. Wir haben sehr wohl die Schulwege betrachtet und Problemstellen beseitigt. Die Grundschulen wurden zuerst betrachtet, weil kleinere Schüler andere Bedürfnisse haben als ältere. Da geht es schon um die Frage, mit welchem Verkehrsmittel sie zur Schule kommen. Was hier vorgestellt wurde, ist ein erster Schritt. Ältere Schüler kann man in eine solche Arbeit einbeziehen, da muss man nicht nur mit den Eltern arbeiten.“

Klaus Huber (WPS) sprach der Verwaltung ein dickes Lob aus: „Eine sehr systematische, saubere Arbeit. Da kann man den Hut ziehen.“ Er könne sich Kammerl’s Kritik überhaupt nicht anschließen, bat nur, in der dunklen Jahreszeit an die ausreichende Beleuchtung der Schulwege und den guten Winterdienst zu denken.

Christine Lipovec (BMS) meinte: „Es ist natürlich ein Schulwegsicherheitskonzept. Das brauchen wir für die Grundschüler. Es hat sich im höchsten Maß rentiert.“ Auf Franz Heidingers (BLS) Frage, was es gekostet habe, antwortete John: „8000 Euro. Und wir haben die Kostenaufstellungen nach mehreren Beschwerden von Stadträten bereits zur  Prüfung vorgelegt.“ Stefan Frey (CSU) wollte erteiltes Lob differenziert betrachtet wissen. Schließlich habe der Stadtrat die Schulbusse abgeschafft, ein System, das funktioniert habe. John konterte: „Schulbuskinder sind im Verhältnis zu den Zu-Fuß-Kindern nur eine geringe Zahl.“ Und mit dem MVV funktioniere es  für die Buskinder ja inzwischen ganz gut.