Wie berichtet hat der Einbau der neuen Schranke beim Münchner Ruder- und Segelverein ‚Bayern‘ von 1910 e.V. (MRSV) an der südlichen Seepromenade die Überprüfung der Park- und Fahrsituation auf dem Unteren Seeweg zur Folge gehabt. Dabei stellte sich heraus, dass die vorhandene Fahrbahnbreite nicht ausreicht, um das Parken entlang der Straße weiter zu erlauben. Demzufolge wurde der Untere Seeweg als Rettungsweg beschildert, was das Parken verbietet. Lediglich drei Stellplätze für Behinderte konnten erhalten werden. Die Neuregelung führte zu zahlreichen Protesten aus der Bevölkerung, denn dort befindet sich auch das beliebte Badegelände „Steininger“. Besonders Schwimmbegeisterte baten um Kompromisslösungen, die es ermöglichen, dass zum Beispiel Söckinger mit dem Auto kommen können, um in der Früh schnell ihre Schwimmrunde zu drehen und dann wieder zu fahren. Bürgermeisterin Eva John hatte versprochen, alle Möglichkeiten auszuloten, insbesondere dort, wo der Stadt noch ein kleiner Streifen der Böschung des Bahndammes gehört (siehe Neue Schranke an der Seepromenade und Unterer Seeweg: Mit Behörden sprechen). Nun konnte das Rathaus einen Erfolg vermelden und die Maßnahme auch gleich umsetzen:

„Nach Abstimmung mit der Kreisbrandinspektion hat die Stadt den in ihrem Eigentum befindlichen Böschungsbereich leicht aufweiten lassen, sodass dort Schrägparken für acht Fahrzeuge möglich ist. Die Parkzeit ist auf eine Stunde begrenzt. Die drei Behindertenparkplätze verbleiben an der markierten Stelle, bis ein geeigneter Platz für die normgerechte Herstellung gefunden wird. Zusätzlich werden in den nächsten Tagen noch Schrägparkplätze für Motorräder/Mopeds markiert. Für den übrigen Unteren Seeweg muss es bis auf weiteres beim absoluten Halteverbot bleiben. Die erforderliche Restfahrbahnbreite von 3 m kann dort nicht erreicht werden. Wir hoffen, dass mit dieser Lösung zumindest vorübergehend eine Situation geschaffen wird, die vielen (meist auch divergierenden) Interessen gerecht wird.“

Noch in der Stadtratssitzung am 1. Juli 2019 hatten unter der Rubrik „Bürger fragen“, einige Starnberger ihre Meinung zu der Neuregelung gesagt. So gab Christian Ufer seiner Freude Ausdruck: „Fußgänger und Radfahrer waren auf dem Unteren Seeweg bisher fast Freiwild. Die Situation war so unerträglich, dass ich heilfroh über die jetzige Lösung bin.“ Und wer unbedingt mit dem Auto zum Schwimmen wolle, könne auch das weiter südlich gelegene, von der Possenhofener Straße aus zugängliche Grundstück der Stadt als Zugang zum See wählen. Erika Schalper schloss sich Ufer an und bedankte sich bei der Stadt für die neue Regelung. Ein anderer Besucher vertrat die genau entgegengesetzte Ansicht. „Dann kann man das Steininger Grundstück gleich sperren. Da muss man nach einem besseren Kompromiss suchen, denn Bürger aus Söcking – vor allem ältere – können nicht alle radeln. „Ich bin 65 und radel doch“, so Schalper. Klaus Urbasch schlug ein Parkverbot nur in der Zeit von 10 bis 18 Uhr vor. Problem ist aber, dass die Straße grundsätzlich zu schmal ist, um darauf parken zu dürfen.Ein anderer Besucher wollte geprüft wissen, ob man nicht innerhalb die Steininger Grundstücks Parkplätze schaffen könnte.

Mehr als das, was die Stadtverwaltung nun wie oben beschrieben umgesetzt hat, wird sich aber so schnell nicht ändern können.