Ohne Debatte und ohne Gegenstimmen hat der Ferienausschuss gestern Abend die Rangliste der über 300 Bewerber für eine Parzelle für ein Reihenhaus im Einheimischenmodell Am Wiesengrund festgelegt und gebilligt. Wer zu den ersten 51 gehört, kann sich ab sofort auf Post aus dem Rathaus freuen, mit der er eingeladen wird, mit der Stadt Starnberg einen Notarvertrag über den Erwerb zu schließen. Hoffen können all jene, deren Punktzahl nach den Vergaberichtlinien zwischen 92,5 und 75 Punkten liegt.

Vor dem Ergebnis war allerdings eine langwierige Verlosung zu absolvieren, denn es gab reihenweise Bewerber mit gleicher Punktzahl. Errechnet worden waren die anhand der vom Stadtrat verabschiedeten Vergaberichtlinien, in denen festgelegt ist, wie viele Punkte Bewerber erhalten, wenn sie in Starnberg leben, früher hier gelebt haben oder hier arbeiten. Weitere Kriterien sind die Anzahl der Kinder, die Höhe des Verdienstes und Vermögens sowie die Frage, ob und seit wann ein Ehrenamt in Starnberg ausgeübt wird. Eigentlich war die Verlosung schon einmal von der Stadtverwaltung durchgeführt worden. Doch dann gab es seitens der Öffentlichkeit Vorwürfe, dies sei nicht transparent und es könnte dabei nicht alles sauber gelaufen sein. Um diesen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, wurde die Verlosung auf die Tagesordnung des Ferienausschusses gesetzt und unter den Augen der Öffentlichkeit und unter Mithilfe anwesender Pressevertreter, Stadträte und Besucher neu vorgenommen.

Die Verlosung war schon bei den ersten drei Bewerbern mit der höchsten Punktzahl von 92,5 nötig. Sie erhielten Rang 1 bis 3. Elf Mal kamen 85 Punkte vor, für die in der Rangliste die Plätze 6 bis 16 ausgelost wurden. Rang 18  bis 28 erhielten diejenigen mit Punkten zwischen 80 und 77,5. Dann folgte das größte Bewerberfeld mit 75 Punkten, nämlich 39 Interessenten für ein Reihenhaus. Damit war nach deren Verlosung bereits Rang 67 vergeben. Ab heute erhalten alle die Nachricht, welchen Rang sie mit welcher Punktzahl erreicht haben. Laut Bürgermeisterin Eva John werden die ersten 51 eingeladen, den Notarvertrag zu schließen. Sie machte aber auch denen Hoffnung, die jenseits von Rang 51 liegen: „Die Erfahrung bei Einheimischenmodellen hat gezeigt, dass auch Rücktritte vorkommen, so dass dann jemand mit einer höheren Platzziffer nachrücken kann.“

Die Bearbeitung der Bewerbungen war im Rathaus ab deren Eingang, für die der Stichtag Ende Januar lag, unter einer Ziffer erfolgt, so dass die Anonymität gewahrt blieb. Auch bei der Verlosung waren die zugehörigen Namen zur jeweiligen Ziffer den Teilnehmern nicht bekannt.

John bedauerte: „Wir müssen 85 Prozent der Bewerber enttäuschen, aber mit einer solchen Übernachfrage hatten wir nicht gerechnet.“ Sie verwies auf neue Chancen, wenn der Stadtrat im Herbst das Konzept für die Mehrfamilienhäuser Am Wiesengrund erarbeitet. Dann gebe es eine neue Chance, sich für eine der 70 neuen Wohneinheiten zu bewerben. Ein Teil davon könnte, so die Politik sich dazu entschließt, in Form von Eigentumswohnungen entstehen. Aber es gibt auch Stimmen, nur Mietwohnungen bauen zu wollen.