Genau 145 Tage nach dem so genannten „Baggerbiss“ (18. März 2019), also dem ersten Eintauchen einer Baggerschaufel in den Baugrund, konnte am Freitagvormittag das Richtfest für das künftige Kinderhaus in Perchting gefeiert werden. Bürgermeisterin Eva John begrüßte nicht nur die am Bau beteiligten Planer und Handwerker, sondern auch einige Stadträte sowie eine kleine Gruppe des derzeitigen Kindergartens mit Leiterin Margarete Haseidl, Anwohner, und natürlich für die katholische Kirche, deren Katholische Pfarrkirchenstiftung Perchting Träger der Einrichtung sein wird, Pfarrer Tamás Czopf. „Wirklich eine ganz tolle Leistung“, freute sich John. Sie hofft, dass der Neubau, in dem neben dem Kindergarten auch eine Kinderkrippe und ein Hort Platz finden werden, weiterhin so gut „im Plan“ bleibt, damit er im April oder Mai nächsten Jahres einzugsbereit ist.

„Wir haben das Haus, für dessen Bau die Stadt 4,5 Millionen Euro leistet, für die Zukunft und auf Zuwachs ausgerichtet“, so die Bürgermeisterin. Aber auch ohne nochmalige Erweiterung würden jetzt Kinder jeder Altersgruppe – „von den Minis bis zum Hort“ – hier eine zweites Zuhause finden. Der bisherige Kindergarten platzte aus allen Nähten und war im Oktober vergangenen Jahres wie berichtet etwas erweitert worden (siehe Ausbau für Kinderkrippe Perchting). Im November 2018 wurde dann der entsprechende Bebauungsplan rechtskräftig (siehe Kita-Perchting: Satzungsbeschluss), dem eine lange Diskussion um die besten Zufahrtsmöglichkeiten vorausgegangen war (siehe Pläne Kinderhaus sind öffentlich). Dass man überhaupt bauen konnte, verdanke man dem Privateigentümer, der seinen Grund und Boden an die Kirche übertragen habe, lobte John. Den von der Stadt ausgelobten Architektenwettbewerb hatte das Starnberger Büro „Raumstation“ gewonnen. Architekt Walter Waldrauch war beim Richtfest dabei.

Vor dem Richtspruch war noch ein kleiner Nadelbaum mit bunten Bändern geschmückt worden. Mit mehrfachen „Hauruck“-Rufen wurde er von vier Zimmererleuten auf das Dach hochgezogen und dort festgenagelt. Den Richtspruch hielt Zimmerer Wolfgang Maurus von der Firma Hubert Schmid aus Marktoberdorf. Daraus sprach durchaus ein gewisser Stolz darauf, dass hier wieder einmal mit dem traditionnellen Baustoff Holz gezeigt wird, was damit möglich ist. „Große Kindermengen soll es fassen“, wünschte Maurus dem neuen Gebäude. „Hoch lebe das Kinderhaus aus Holz“. Nach dem Leeren des obligatorischen Weinglases wünschte er diesem auf dem Segelflug Richtung Boden hinterher: „Nun soll das Glas am Boden zerspringen und seinen Nutzern viel Segen bringen.“ Mit einem dreifachen „Hoch“ war der Tradition Genüge getan, zu der natürlich auch ein zünftiges Mittagessen gehörte, dass die Stadt als Bauherrin den Gästen spendierte.

Das neue Kinderhaus befindet sich in der Jägersbrunner Straße gegenüber dem TSV-Parkplatz und ist multifunktional. Laut Mitteilung aus dem Rathaus wird es eine Krippengruppe für ein- bis dreijährige Kinder, eine Kindergartengruppe sowie den Hort für die Sechsjährigen anbieten. Es enthält ausreichend Bewegungsraum, Platz zum Werken und Essen, eine Küche sowie Räume für die Verwaltung oder Elterngespräche. Für die verschiedenen Altersgruppen werden im Außenbereich Spielflächen geschaffen. Dafür zeichnet das Landschaftsarchitektenbüro Grabner-Huber-Lipp aus Freising verantwortlich. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Pelletheizung und auf den südwärts ausgerichteten Dächer werden Photovoltaikanlagen installiert.