Die Stadt hat es beantragt,  und das Landratsamt hat bereits am 26. Juni 2019 die verkehrsrechtliche Anordnung erlassen. Somit könnte das Lkw-Durchfahrtsverbot für Lkw mit einem Gesamtgewicht von mehr als zwölf Tonnen auf den inzwischen der Stadt Starnberg gehörenden Hanfelder- und Andechser/Söckinger Straße längst gelten. Es fehlen aber noch die entsprechenden Verkehrsschilder, für die das Staatliche Bauamt Weilheim zuständig ist (siehe LKW-Verbot “fast” bewilligt  und LKW-Durchfahrtverbot kommt). Sie sollen laut Presseberichten Ende August/Anfang September 2019 aufgestellt sein, nicht nur an den betreffenden Straßen, sondern auch als Vorwegweiser an den Zufahrtsrouten.

Während in der lokalen Presse von einigen versucht wird, Wasser in den Wein zu gießen, herrscht bei Bürgermeisterin Eva John und der WPS eitel Freude. So liest man in dem Kommentar eine Zeitung, eine spürbare Entlastung werde sich durch das Durchfahrtsverbot „kaum ergeben“. Ein Stadtrat weist darauf hin, dass der Lkw-Verkehr ohne den Bau des B2-Tunnels vom Süden her durch die Stadt fahren müsse, der Verkehr also nur verlagert werde. Die Polizei erinnert, so dieser Zeitungsartikel, daran, dass nach der Straßenverkehrsordnung als Durchgangsverkehr nur gilt, was nicht im Umkreis von 75 Kilometer Luftlinie be- und entladen wird und macht auch gleich deutlich, dass man kaum personelle Kapazitäten haben werde, das Durchfahrtsverbot regelmäßig zu kontrollieren. Das müsse auf Stichproben beschränkt bleiben.

Täglich beobachten kann man jedoch an der Westumfahrung, die Ende letzten Jahres in Betrieb gegangen ist, dass schon sehr viele Lkw diese neue Verbindung zwischen der Autobahn bei Gilching und der Bundesstraße 2 beim Maxhof-Kreisverkehr nutzen. Aber es gibt nach wie vor eine ganze Reihe von sehr großen Lastzügen, die den Hanfelder Berg bis zum Tutzinger-Hof-Platz benutzen, um dort dann nach links Richtung A952 abzubiegen. Deren Kennzeichen sprechen eher nicht dafür, dass sie innerhalb der 75 Kilometergrenze gestartet sind, geschweige denn ein Ziel in Starnberg haben.

John freut sich auf Facebook nun ganz offen über die mögliche „Verkehrsentlastung für Starnberg“. Und die WPS hat eine Presseerklärung herausgegeben:

„Auf Antrag der WPS/BLS vom 13. August 2008, beschlossen im Bauausschuss am 28. August 2008, hat das Landratsamt nunmehr das Lkw-Durchfahrtsverbot für Lastzüge über zwölf Tonnen Gesamtgewicht für die Hanfelder- und Söckinger Straße verkehrsrechtlich angeordnet. Diese Anordung liegt seit 7. Juli zum Vollzug bei Straßenbauamt Weilheim. Damit konnte das jahrelange Bemühen der WPS, BMS und FDP durch unser Bürgermeisterin Eva John erfolgreich abgeschlossen werden.“

Anmerkung der Redaktion: Zum Zeitpunkt der Antragstellung in 2008 gab es noch eine Listenverbindung zwischen der Wählergemeinschaft Pro Starnberg (WPS) und der Bürgerliste (BLS). Bei der Kommunalwahl 2014 und auch bei deren Wiederholung 2015 traten die beiden Gruppierungen aber getrennt an. Im jetzigen Stadtrat unterstützen WPS und BLS nur noch selten die gleichen Ziele. Den Antrag, Lkw über zwölf Tonnen von den städtischen Straßen zu verbannen, hatte der Ausschuss für Energie, Umwelt und Mobilität im Oktober letzten Jahres erneut bekräftigt. Die Stadtverwaltung stellte ihn unmittelbar nach Eröffnung der Westumfahrung Ende 2018.