Lange hat Gerd Weger (CSU) auf die Beratung seines Antrags warten müssen. Denn der war  – 2015 schon von ihm gestellt – damals an das Büro weitergeleitet worden, dass sich mit einem Verkehrsentwicklungsplan für Starnberg beschäftigte. Dort blieb der Antrag bis heute liegen. Weger wollte beraten wissen, ob die Möglichkeit besteht, dass Senioren jenseits des 80. Geburtstages Freifahrtscheine für die städtischen Buslinien erhalten, wenn sie ihren Führerschein freiwillig abgeben. Nun hat der Ausschuss für Energie, Umwelt und Mobilität des Stadtrates die Verwaltung einstimmig damit beauftragt, ein weit über Wegers Forderungen hinausgehendes Umsetzungskonzept zu erarbeiten und dem Ausschuss dann wieder vorzulegen.

Folgende Maßnahmen sollen darin ihren Niederschlag finden:

  • Starnberger Neubürger sollen als Anreiz und zum Kennenlernen einen Monat lag kostenlos den ÖPNV nutzen können
  • Die Stadt kauft selbst übertragbare Monatskarten und verleiht sie an Senioren
  • Wer seinen Führerschein – gleich welchen Alters – freiwillig zurückgibt oder dauerhaft auf eine Fahrerlaubnis verzichtet, zum Beispiel den Führerschein gar nicht erst macht, soll die Buslinien kostenlos nutzen können
  • Senioren ab dem 65. Geburtstag sollen zur Hälfte des Fahrpreises mit den Bussen fahren können
  • Das schon bestehende Angebot für Grund- und Mittelschüler, alle Buslinien im Stadtgebiet kostenlos nutzen zu können, sollte auf alle Schüler ausgedehnt werden
  • Die Organisation von Aktionsmonaten, in denen alle Bürger kostenlos fahren können, soll helfen, den Umstieg auf den ÖPNV schmackhaft zu machen

Weger entgegnete auf Vorwürfe, sein Antrag diskriminiere Senioren, ihm gehe es um die Förderung von Bürgern. Seniorenbeirat und die Seniorenunion der CSU hätten vergleichbare Anträge auch schon gestellt. Schließlich hätten ältere Bürger Schwierigkeiten die Parkplätze in der Stadt anzufahren. Patrick Janik (UWG) war es wichtig, dass die Kosten eines solchen Angebotes berechnet werden. Bürgermeisterin Eva John schlug vor, zunächst in festen Zeiträumen zu testen, wie solche Angebote angenommen werden.

Franz Sengl (Grüne) ist gegen die völlige Kostenersparnis. Senioren ab 65 sollte nur die Hälfte des Fahrpreises erlassen werden. Christine Lipovec (BMS)  hielt Wegers Antrag entgegen, auch ein nur 70Jähriger könnte seinen Führerschein freiwillig abgeben wollen und dürfe dann nicht gegenüber 80Jährigen benachteiligt werden. Tim Weidner (SPD) ist der Ansicht, was in anderen Städten gehe müsse in Starnberg auch möglich sein. „Je attraktiver das Busangebot ist, desto besser schauen die Fahrgastzahlen aus“, sagte er.

Klaus Huber (WPS) betonte, alle seien sich einig, dass der ÖPNV gestärkt werden müsse. Doch sollte man besser jedem einzelnen die Verantwortung überlassen, ob er seinen Führerschein abgibt.