Keinen Erfolg hatte der Antrag von CSU-Stadtrat Stefan Frey, den freien Trägern für Kinderbetreuungseinrichtungen jetzt bereits zuzusichern, die Stadt werde das ihnen entstehende Defizit übernehmen, wenn sie in ihrer Tagesstätte die monatlichen Gebühren absenken würden. Hintergrund ist, dass Eltern, die ihre Kinder ab September in einer städtischen Einrichtung angemeldet haben, dank dem vom Freistaat avisierten Zuschuss von monatlich 100 Euro pro Kind und der von Rathaus vorgeschlagenen und vom Stadtrat beschlossenen Starnberger Förderformel gebührenfrei gestellt sind. Mit den freien Trägern soll verhandelt werden, ob sie diese Förderformel für sich übernehmen möchten und dann eine einheitliche Handhabung besteht. Bisher hatte jede Einrichtung eine eigene Defizitvereinbarung mit der Stadt, oder gar keine, wenn sie zum Beispiel sehr hohe Elternbeiträge verlangte.

Ziel der Vereinbarung, die das Rathaus anstrebt, ist neben der Elternbeitragsentlastung vor allem eine Sicherung der Qualitätsstandards für die Betreuung. Freys Antrag lehnte die Verwaltung ab, weil man zunächst die Gespräche abwarten will, und derzeit gar keine Aussagen über die finanziellen Auswirkungen einer vorzeitigen Defizitübernahme machen kann. Das Schreiben an die freien Träger, mit dem diese zu Gesprächen über die Starnberger Förderformel eingeladen werden, ist bereits verschickt. Ein Treffen ist für nach den Sommerferien angekündigt. Die neue Vereinbarung kann somit erst im Betreuungsjahr 2020/2021 in Kraft treten (siehe Elternentlastung in Kitas).

Frey begründete seinen Antrag nochmals damit, dass er eine Gleichbehandlung wolle. Damit solle dem Rechnung getragen werden, dass die freien Träger der Gemeinde eine wichtige Pflichtaufgabe abnähmen, nämlich die Stellung fast aller Krippen- und mehr als der Hälfte der Kindergartenplätze. Auch wenn die Stadt die entstehenden Defizite meist übernommen habe, blieben die Träger oftmals auf einem Defizit sitzen. „Ich würde gern einen Eckpfeiler einschlagen“, so Frey. Er merkte aber schnell, dass der Ferienausschuss, der sich nun nochmals mit dem Antrag beschäftigte, nicht zustimmen werden. Deshalb bat er, in den Beschluss aufzunehmen, dass die freien Träger in Bezug auf wegen reduzierter Elternbeiträge anfallende Defizite zumindest nicht schlechter gestellt werden sollen als heute. Das wurde Teil des einstimmigen Beschlusses.