Nach Mitteilung des Ehepaars Wolfgang und Iris Ziebart haben an der von ihnen initiierten Ortsbesichtigung am vergangenen Sonntag 38 interessierte Bürger teilgenommen. Sie ließen sich die Dimensionen der am Starnberger Schlossberg geplanten Bauten für den B2 Tunnel erläutern und über den vom Staatlichen Bauamt Weilheim geplanten Bauablauf informieren.

Mit Sägespänen am Boden hatten Ziebarts, die schon sein längerem dafür kämpfen, dass der Tunnel die ursprünglich geplante Längsentlüftung statt der aktuell geplanten Mittenabsaugung und Ausblasung der Abluft aus dem Tunnel über einen Kamin an der Mauer des Schlossgartens erhält, somit das riesige Betriebsgebäude und der Kamin am Schlossberg nicht gebaut werden müssen, die Ausmaße der Bauwerke auf dem Parkplatz des Finanzamtes markiert. Wolfgang Ziebart erläuterte einmal mehr, dass das Staatliche Bauamt Weilheim trotz des Vorliegens von Gutachten, die aussagen, dass die zulässigen Abgaswerte im Tunnel bereits 2020 eingehalten und im Jahr der tatsächlich ins Auge gefassten Tunneleröffnung 2026 nochmals um 40 Prozent gesunken sein werden, am Bau des Abluftkamins festhält. Der Stadtrat hat in seiner Mehrheit bisher ebenfalls keinen Grund gesehen, diese Planung zu hinterfragen.

Seitens der Teilnehmer an der Ortsbegehung wurde dazu Unverständnis geäußert.

Wenig Glauben schenkten diese auch der Aussage, dass Kamin, Betriebsgebäude und die ebenfalls am Schlossberg geplanten zwei Notausstiege für den Tunnel in einer Bauzeit von dreieinhalb Jahren zu schaffen seien. Entsetzt äußerten sich Teilnehmer, dass der dafür notwendige Lkw-Verkehr durch die engen und ohnehin schon belasteten Straßen entlang der Vordermühle, Augusten- und Von-der-Tann-Straße auf die Hanfelder Straße geführt wird.

Einigkeit bestand laut Iris Ziebart, die die Pläne für den Kamin und das tief in den Schlossberg reichende Betriebsgebäude vorstellte, dass sich Weilheim ohne Druck der Öffentlichkeit wohl nicht von diesen Plänen verabschieden werde. Deshalb sollen nun Unterschriften gesammelt werden, die die Forderung unterstreichen, dass das schon 2002 vorgesehene Lüftungskonzept mit Längsentlüftung ausreichend wäre. Man will Kontakte zur Presse und zum Fernsehen nutzen, um auf die drohende Verschwendung von Steuergeld – es soll etwas gebaut werden, was effektiv nicht mehr erforderlich ist – aufmerksam zu machen. Auch soziale Medien sollen dazu eingesetzt werden.

Iris Ziebart wies auch noch darauf hin, dass mit Betonbauten, wie zum Beispiel dem geplanten Tunnel und seinen Ergänzungen, ein hoher CO2-Bedarf einher geht. (Siehe auch frühere Artikel zum Stichwort „Abluftkamin B2 Tunnel“)