Eine neue Lage erfordert neue Entscheidungen. Das hat sich auch Tim Weidner gedacht und für seine SPD-Fraktion bei Bürgermeisterin Eva John beantragt, die Sanierung des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes am See nicht länger aufzuschieben. Ist doch inzwischen bekannt geworden, dass mit baulichen Maßnahmen aus dem Paket Seeanbindung nicht vor dem Jahr 2030 zu rechnen ist, im Falle von gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Bahn und Stadt Starnberg eventuell sogar noch später.

„Bisher gehörten das Projekt Seeanbindung und die Zukunft des Bahnhofsgebäudes am See untrennbar zusammen“, schreibt Weidner. Doch angesichts des nun bekannten Zeithorizontes könne eine grundlegende Entscheidung zum Gebäude nicht mehr länger offen gehalten werden. Dass es auch im Umfeld des Gebäudes eine Reihe von Missständen gibt, spricht der Antrag nicht an.

Der SPD-Antrag beinhaltet Folgendes:

  • Den Seebahnhof  möglichst rasch durch die Stadt sanieren, auf den Stand der Zeit bringen und barrierefrei gestalten
  • Die notwendigen Finanzmittel dafür im Haushalt 2020 und folgende einstellen
  • Sich gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege um Mittel aus dem Entschädigungsfonds für historische Baudenkmäler bemühen
  • Ebenso um Mittel aus dem Städtebauförderprogramm „Stadtumbau“ oder weitere Fördermöglichkeiten, zum Beispiel aus der „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“
  • Das vom Stadtrat beschlossene Interessenbekundungsverfahren, das bisher ohne Erfolg verlaufen ist, soll nicht weiter verfolgt werden
  • Nach der Sanierung soll der Seebahnhof in kommunaler Verantwortung als Bürger- und Kulturbahnhof mit neuem Leben gefüllt werden
  • Drei Bereiche schlägt die SPD für die künftige Nutzung vor: Bahnhofsbuchhandlung zur Miete, Wartesaal für allerhöchste Herrschaften mit vielfältigen Möglichkeiten, von Trauungen über Empfänge bis zu kulturellen Veranstaltungen, und das Obergeschoss als Begegnungszentrum für die Bürgerschaft, Anlaufstelle für Vereine, Volkshochschulveranstaltungen.
  • Als Landesgartenschau-Informationszentrum, wenn die Stadt den Zuschlag für eine Landesgartenschau nach 2026 erhalten sollte

Weidner betont, die Stadt habe mit dem Bahnhofsgebäude „einen einzigartigen Schatz ihrer Geschichte, ihrer Kultur  und Identität, ein Musterbeispiel für die Architektur jener Zeit“, die das Erscheinungsbild Starnbergs präge. Beim Umgang mit dieser Bausubstanz sollte Starnberg Vorbild sein. Es gelte, das alte mit neuen Aufgaben zu verbinden und lebendig zu halten, schließt sein Antrag.