In Starnberg wird seit etwas mehr als zwei Jahren mit Hilfe von zwei Messstellen kontrolliert, in welchem Maß Luftschadstoffe auftreten – und zwar an der Hanfelder Straße 11 und an der Hauptstraße 4. Die Ergebnisse sind den Stadträten regelmäßig vorgestellt worden. Die interessierten Bürger konnten sich über die Homepage der Stadt bisher über die täglichen Messwerte informieren. Zum Jahresende läuft der Vertrag mit der die Messstellen betreuenden Firma ACCON aus. Diese hat angeboten, sie weiter zu betreiben, wenn die Stadt dies für einen Zeitraum von mindestens sechs Jahren beauftragt. Pro Jahr würden dafür 45600 Euro anfallen. Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität sah sich noch nicht imstande, eine Entscheidung zu empfehlen. Bis zur Sitzung des für zuständig erklärten Gesamtstadtrates sollen noch offene Fragen geklärt werden. Dafür sprach sich der Ausschuss einstimmig aus.

„Es gibt ein gewisses öffentliches Interesse, auch im Hinblick auf das, was auf uns zukommt“, empfahl Bürgermeisterin Eva John, die Messstellen weiter zu betreiben. Ihr Blick richtete sich auf den geplanten Bau des B2-Tunnels. Dagegen fand Franz Heidinger (BLS): „Das ist alles rausgeschmissenes Geld. Wir bewegen uns am Rande eines Luftkurortes. Zumindest könnte man die Messungen eine Zeit lang aussetzen. „Ins gleiche Horn“ stoßen wollte Patrick Janik (UWG). Ihnen widersprach der Umweltschutzbeauftragte der Stadt, Carl Christian Zimmermann: „Als Luftkurort stellt sich das nicht dar. Zwar werden die zulässigen Jahresmittelwerte deutlich unterschritten, aber es gibt tageweise durchaus Überschreitungen.“ Er empfahl weiter zu messen, schon damit man reagieren könne, wenn – wie im Sommer 2018 geschehen – die Deutsche Umwelthilfe wieder einmal „völlig falsche Luftschadstoffbelastungen in Starnberg gemessen haben sollte. Auch könnten weitere Messungen helfen festzustellen, wie sich die Werte während der Bauphase des Tunnels verändern.

Stefan Frey (CSU) wollte wissen, ob die hier ermittelten Messwerte eine Verbindlichkeit für den Luftreinhalteplan Münchens, Teilplan Stadt Starnberg, haben, und ob sie dort überhaupt einfließen. Das soll noch geklärt werden. Anton Wiesböck (FDP) sprach sich dafür aus, zumindest eine der Stationen zu behalten. Klaus Huber (WPS) plädierte für die Fortsetzung kontinuierlicher Messreihen, weil man dann Belege für eine Entwicklung der Belastung in Starnberg vorweisen könne. In der Vergangenheit zeigten die Werte, dass die Luft deutlich bessere Qualität hat als befürchtet und die Schadstoffe eher sinken (siehe Luftschadstoffe reduziert und NO2: Grenzwerte sind eingehalten).