In einem Gespräch mit der Presse hat der Bürgermeisterkandidat und Ortsvorsitzende der Starnberger FDP, Marc Fiedler, die Themen seines Teams für die Kommunalwahl am 15. März 2020  und erste Kandidaten für die Stadtratsliste benannt. Die vordersten Plätze sollen demnach er selbst, Anton Wiesböck, der auch aktuell für die Liberalen im Rat sitzt, der Vorsitzende der Jungliberalen im Landkreis und einer der vier stellvertretenden Ortsvorsitzenden der FDP Starnberg, Valentin Windorfer, sowie Anke Henniger, die erst seit Jahresanfang Mitglied der Partei ist, einnehmen. Nur sie und Fiedler waren beim Pressegespräch zugegen. Die Aufstellungsversammlung für die Stadtratsliste  ist für den 20. November 2019, ab 18 Uhr im Bayerischen Hof geplant. Fiedler will, wie es gute Tradition bei der FDP ist, auch wieder Parteifreie auf die Liste nehmen, „die für den Kurs der FDP stehen“. Insgesamt gebe es mehr weibliche als männliche Kandidaten bisher. Der Ortsverband zähle 49 Mitglieder, so Fiedler (siehe auch FDP will mit Marc Fiedler gewinnen).

Wiesböck und Windorfer konnten den Termin aus beruflichen Gründen nicht wahrnehmen, entschuldigte sie Fiedler. Henniger stellte sich vor. Sie ist 53 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Für Politik habe sie sich schon immer interessiert, sagte sie und zitierte eine Aufforderung von Ursula Münch, Direktorin der Akademie für politische Bildung in Tutzing: „Frauen sollten nicht nur in den Elternbeirat gehen, sondern auch in den Stadtrat.“ Das wolle sie nun befolgen, denn die Arbeit als Elternbeirat habe sie schon genügend kennen gelernt. Sie bringe zudem zwei Freundinnen mit in die FDP, die sich wie sie selbst engagieren wollten.

Als „für uns wichtige Themen“ zählte Fiedler auf:

  1. Wohnen, Wohnungsbau, Schaffung von Eigenheimen
  2. Umwelt und Verkehr
  3. Wirtschaft

Beim ersten Thema gehe es auch um Antworten auf die Frage „Wo nehmen wir den Grund und Boden her?“ Das jüngste Einheimischenmodell Am Wiesengrund werde nicht reichen. Weitere müssten folgen, wofür städtischer Besitz heranzuziehen sei. Mit Eigentümern großer Flächen, wie der Katholischen Kirche oder der Raiffeisenbank müssten Gespräche geführt werden, was sie „in Erbpacht herausgeben können?“ In der Innenstadt, besonders entlang der Hauptstraße, könne er sich weitere Verdichtung vorstellen, allerdings „keine Hochhäuser“. Fiedler nimmt kein Blatt vor den Mund: „Starnberg soll als Stadt wachsen.“ Den Zuzug zu begrenzen verteuere nur den Grund und Boden und die vorhandenen Wohnungen.

Umweltschutz und Verkehr müsse man irgendwie zusammen kriegen. Dafür sollte der Öffentliche Personennahverkehr gestärkt, Car- und Bike-Sharing-Modelle eingeführt werden, um die Leute vom Auto weg zu bekommen. Radwege müssten „sinnvoll“ angelegt werden. Ganz offen spielte der Liberale damit auf die Einrichtung eines Fahrradschutzstreifens entlang der Rheinlandstraße im Bereich zwischen Feuerwehr und Post an: „Keine Schnellschüsse und nicht einfach gegen den Rat der Feuerwehr und Anwohner die gesamte Situation umkrempeln.“ In der Innenstadt sollten sich die Verkehrsteilnehmer den Platz teilen müssen, auch in der Wittelsbacherstraße. E-Bus-Linien könnten außerhalb liegende Parkplätze miteinander verbinden. So etwas mache Starnberg attraktiver für die Geschäftswelt und für Besucher. Die FDP stehe voll hinter dem Projekt „Gewerbegebiet Schorn“, wolle aber auch Angebote für Handwerker und junge StartUp-Unternehmen erarbeiten, sagte Fiedler.

Unter dem Thema Umweltschutz verwies Fiedler auf seine schon in der jüngsten Presseerklärung veröffentlichte Haltung zum geplanten B2-Tunnel (siehe FDP-Kandidat nimmt Stellung): „Der Tunnel wird gebaut, wir werden das kritisch begleiten und weiterhin offen sein für die Planung einer Nordumfahrung. Wenn wir sie geplant kriegen und sie realisierbar ist, dann bauen wir sie auch.“ Für diese Haltung habe er positive Rückmeldungen von den FDP-Mitgliedern erhalten. Henniger bekannte unumwunden: „Ich bin eine Tunnelfreundin, und darf hier trotzdem mitmachen.“ Fiedler dazu: „Gerade die Liberalen können so etwas.“

Was die Stadtratsliste angehe, wolle man mit neuen Gesichtern alte Probleme pragmatisch zu lösen versuchen. So ein altes Problem ist für ihn auch die Seeanbindung, zu der er sich aktuell nicht positionieren möchte: „Weder kennt man die Bahnverträge, noch das Gutachten des Juristen, noch was im Rahmen der Mediation zwischen Stadt und Bahn gelaufen ist. Es ist extrem schwierig, dazu eine Aussage zu treffen. Es ist nicht einmal klar, was die Variante 1 bedeutet, für die sich die Stadtratsmehrheit ausgesprochen hat.“ Was man aber am Bahnhof See „sofort“ umsetzen müsse, sei die barrierefreie Zugänglichkeit und Dächer auf den Bahnsteigen: „Der Bahnhof ist jetzt eine Schande“, so Fiedler.