Wer sie beobachtet glaubt es nicht: Hannelore Hartmann kann heute ihren 75. Geburtstag feiern – so quirlig und engagiert wie eh und je.

Dass sie im April 2015 bei der Wiederholung der Stadtratswahl in Starnberg wegen dem allgemein schlechten Abschneiden der CSU kein Mandat erringen konnte, hat sie zuerst zwar geärgert. Inzwischen ist sie aber ganz froh, nicht an den ständigen Auseinandersetzungen im Stadtrat beteiligt sein zu müssen. Und engagieren kann man sich ja auch außerhalb dieses Gremiums. Das tut Hannelore Hartmann – und nicht zu knapp. Sie ist im Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Starnberger See eG, zweite Vorsitzende des Kneippvereins Starnberg sowie Schriftführerin bei der Seniorenunion (SEN) im Kreis und im Bezirk. Dass es in Starnberg überhaupt einen Ortsverband der SEN gibt, ist ihr zu verdanken. Sie hat ihn 1998 ins Leben gerufen und ist zur Zeit eine der stellvertretenden Vorsitzenden.

Mit ihrem Ehemann Wilhelm zusammen hatte Hartmann 1992 in Starnberg die Hausverwaltung „Estate5“ gegründet. Für die CSU saß die streitbare Starnbergerin von 1996 bis 2008 sowie 2014 im Stadtrat, war unter anderem Stadtplanungsreferentin – als solche warb sie erfolgreich für die Aufstellung eines Rahmenplans für die Kreisstadt – , Verkehrsreferentin und hatte das Referat Tourismus inne. In der Regel nimmt Hannelore Hartmann kein Blatt vor den Mund. Egal wie die offizielle Parteilinie ist – sie hat ihre eigene Sicht der Dinge und hält damit nicht hinter dem Berg. Dass man sich so viel Ärger einhandeln kann, dass hat sie in den Jahren, in denen sie CSU-Ortsvorsitzende war und als Vorsitzende der Frauenunion Starnberg bitter erfahren müssen. Gebrochen hat es sie nicht. Selbstbewusst tritt sie auch jetzt noch gegen den Bau des B2-Tunnels auf, obwohl gerade ihre Partei dafür gesorgt hat, dass das Projekt maximal gefördert wird. Auch unterstützt sie die Bürgerinitiative „Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel“.

Besonders stolz kann Hartmann darauf sein, dass sie es in ihrer Ära bei der Frauenunion geschafft hat, im Stadtrat und durch das eifrige Sammeln von Spenden für die Voraussetzungen  zu sorgen, dass das ehemalige „Prunkschiff Delphin“ aus seinem bis Mitte der 90er Jahre jämmerlichen Dasein erlöst und restauriert wurde. Heute ist es das Hauptausstellungsstück des Museum Starnberger See. Hartmann habe damit den Stein für den Bau des neuen Teils des Museums ins Rollen gebracht, lobte Bürgermeisterin Eva John anlässlich der Auszeichnung des „Delphin“ als „Heimatschatz“ durch das Heimat- und Kunstministerium 2018.