Auf Antrag von Stefan Frey (CSU) berichtete Bürgermeisterin Eva John im Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität nochmals über die Hintergründe für die vom Rathaus vorgenommene Verlegung der Bushaltestelle in Söcking Mitte. Dies hatte zu Differenzen mit einem Anlieger geführt, der darauf hin 270 Unterschriften sammelte und der Bürgermeisterin in der Sitzung übergab, damit die Verlegung rückgängig gemacht wird. Angebot von John: Bei einem Ortstermin soll eine eventuell neue Lage mit Anliegern nochmals diskutiert und dann die bestmögliche Entscheidung getroffen werden. Freys Antrag, alles wieder rückgängig zu machen und der Antrag von Günther Picker (WPS) zunächst eine Ortsbesichtigung mit den Ausschussmitgliedern durchzuführen, wurden bei Stimmengleichheit (6:6) abgelehnt.

John wiederholte im Ausschuss was sie zuvor wie berichtet gegenüber der Presse vertreten hatte (siehe Bushaltestelle in Söcking verlegt). Sie widersprach Beschwerden, die Grundschüler seien jetzt gefährderter: „Seit zwei Jahren haben die Schüler eigene Haltestellen an der Schule und an der Prinz-Karl-Straße.“ Bushaltestellen würden von der Stadt regelmäßig überprüft und diese habe Mängel aufgewiesen. Die Verlegung der Haltestelle auf der Südseite der Söckinger Straße sei auch im Vorgriff auf die beschlossene barrierefreie Umgestaltung des Zugangs zur Kirche Sankt Stephan geschehen, um die Baustelle einrichten zu können. Gerüchten, die Verlegung habe eine Rolle beim Tauschgeschäft mit dem Eigentümer der Flächen rund um Sankt Stephan gespielt, widersprach John: Das Tauschgeschäft betreffe ausschließlich Flächen im Gartenbereich des Anliegers der Kirche. Die Verwaltung empfehle, nach dem Umbau des Kirchenzugangs im Rahmen der ohnehin für Söcking Mitte geplanten Neugestaltung mit barrierefreiem Ausbau eine geeignete Position für die Haltestelle festzulegen. Wie berichtet ist die Söckinger- und Andechser Straße nach der Eröffnung der Westumfahrung seit einigen Monaten nicht mehr Staatsstraße sondern gehört in den Verantwortungsbereich der Stadt. Im Stadtrat besteht seit vielen Jahren Einigkeit, dass die Straße und die Ortsmitte ab diesem Zeitpunkt für Fußgänger und Fahrradfahrer freundlicher und ungefährlicher gestaltet und andere städtebauliche Missstände beseitigt werden sollen. Sogar eine Planung liegt bereits vor, die schrittweise umgesetzt werden könnte, mit Ergänzung der Barrierefreiheit.

Frey beantragte, den alten Zustand wieder herzustellen, denn die neue Lage der Haltestelle schaffe Unsicherheit, weil der Gehweg dort sehr knapp bemessen sei. Im Winter werde sich die Situation mit Schnee noch verschärfen. Martina Neubauer (Grüne) fand die neue Lage „extrem unbefriedigend“. Sie unterstütze Freys Antrag und wollte, dass am neuen Standort auch noch ein Buswartehäuschen Platz habe. Dafür sei der alte Standort zu kurz und zu schmal, so John. Auch Patrick Janik sprach von einer „Verschlechterung gegenüber früher“. Am alten Standort habe es deutlich mehr Platz gegeben. Frey sagte, er brauche keine Ortsbesichtigung. Dass die Haltestelle geändert werden müsse, stehe für ihn außer Frage: „Nur wohin neu?“ Neubauer schlug als Kompromiss vor, den Grundsatzbeschluss zu fassen, dass es eine Änderung der Lage geben soll, den genauen Standort dann aber erst bei einem Ortstermin festzulegen. Dieser Antrag erhielt mit 7:5 Stimmen eine Mehrheit.

Nach der Abstimmung sagte die Bürgermeisterin an die im Zuhörerraum anwesenden Anlieger gerichtet, „Wir wollen alle eine gute Lösung. Ich biete an, uns vor Ort zu treffen und das zu besprechen.“