Die UWG-Fraktion hat ihr Herz für den Oberen Seeweg und seine Anlieger entdeckt. Mit zwei Anträgen sorgte sie dafür, dass dort eventuell zusätzliche Straßenlaternen aufgestellt und mit der Nachbargemeinde Pöcking über ein gemeinsames Verkehrswegkonzept geredet wird.

Eigentlich wollte die UWG die Anzahl der Straßenlaternen verdoppeln. Maximilian Ardelt (WPS) wies darauf hin, dass der Obere Seeweg nur zum Teil auf Starnberger Flur, ansonsten auf Pöckinger Flur liegt. Nach seiner Erfahrung sind die Starnberger Anlieger mit der Beleuchtung ganz zufrieden, zumal im Dunklen selten Radler und Fußgänger unterwegs seien. „Ich halte den vorgeschlagenen Umfang für viel zu groß“, sagte Ardelt. Man solle lediglich überprüfen, ob in den Kurven Lampen ergänzt werden müssen. Grundsätzlich erinnerte Ardelt daran, dass die Straße zu einem großen Teil im Wald liege und deshalb „Lichtsmog“ verhindert werden müsse. Allenfalls könne die Wahl der veralteten Leuchtmittel hinterfragt werden.

Darauf zielte auch Annette von Czettritz (Grüne) ab: „Bei Umrüstung auf LED ergibt sich ein ganz anderer Ausleuchtungsbereich.“ Sie warnte aber davor, dass der dann wahrgenommene große Unterschied zwischen beleuchteten und nicht beleuchteten Flächen von Benutzern der Straße als unangenehm empfunden werden könnte.

Angelika Wahmke (UWG) blieb jedoch bei ihrem Antrag. Schließlich würden die bald im Einheimischenmodell Am Wiesengrund einziehenden Familien über den Oberen Seeweg zum Baden an den Starnberger See fahren wollen. Und sechs Pfosten stünden ohnehin schon, allerdings ohne Leuchtmittel.

Bürgermeisterin Eva John versprach, die Verwaltung werde sich das vor Ort anschauen und die notwendigen Maßnahmen rechnen lassen. Gegen die Stimme von Ardelt wurde beschlossen, eine Ergänzungsplanung zur bestehenden Beleuchtung in Auftrag zu geben und entsprechende Finanzmittel im Haushalt 2020 einzustellen.

Einen Gehweg ergänzen wollte die UWG im Bereich zwischen der Bahnüberführung bis zur Einmündung Prinzeneiche. Nicht alles liegt aber auf Starnberger Flur. Für den Bau eines Fußweges sieht John eher schwarz: „Der Obere Seeweg ist jetzt schon zu schmal.“ „Ein Bürgersteig löst das eigentliche Problem nicht“, mahnte Ardelt. Diese Straße sei eigentlich der einzige „Seeabstieg“, sprich einzige Verbindung zwischen der Seeufer(staats)straße unten und der Bundesstraße B2 oben. Nach Ardelts Erfahrung „brettern die Autos da runter, trotz verordnetem Tempo 30, um Staus auf der B2 zu umgehen. Es brauche also eine Regelung des gesamten Verkehrs, zumal noch die Bewohner des Wiesengrundes und die Nutzer des  Gewerbegebietes Pöckings am Schmalzhof hinzukämen. „Meiner Meinung nach wäre die richtige Lösung die Einführung von Shared Space, bei dem sich alle Verkehrsteilnehmer die vorhandenen Flächen gleichberechtigt teilen, eine massive Reduzierung des Verkehrs und der Geschwindigkeiten“, so der WPS-Stadtrat. Angelika Kammerl (DPF) verlangte prüfen zu lassen, ob eine Anliegerregelung möglich sei.

Die Bürgermeisterin wies darauf hin, dass Entscheidungen das Landratsamt treffe, weil der Obere Seeweg eine Bundes- und eine Staatsstraße verbinde. Alternative Wegeführungen könnten im Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität diskutiert werden. Das wurde einstimmig beschlossen.