Der dritte Bericht der Experten über die Frage, ob der Bau des Rückeweges „Am Hochwald“ zu Schäden an den Bäumen am Wegrand geführt hat – was von Stadträten und Anwohnern so behauptet wurde – hat dies nicht bestätigt. Vielmehr heißt es im Fazit des vom Rathaus in der Beschlussvorlage für den Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität beschriebenen Untersuchungsberichtes: „Bei dem überwiegenden Teil der untersuchten Bäume war keine maßgebliche Veränderung im Vitalitätszustand im Vergleich zu 2016/2017 erkennbar. Die beobachteten Schadsymptome entstehen aufgrund langjähriger verringerter Zuwächse. Es kann daher aus fachlicher Sicht ausgeschlossen werden, dass die dergestalt geschädigten Bäume erst durch die Wegebaumaßnahme im März 2016 geschwächt wurden. Die Vitalität dieser Bäume ist vielmehr bereits seit einigen Jahren rückläufig.“ Die Verwaltung hatte deshalb empfohlen, die vom Stadtrat beschlossenen besonderen Pflegemaßnahmen wie den Eintrag von Laubstreu und Wässerungsgänge in Trockenperioden zu beenden. Das Ökosystem Wald habe die Fähigkeit, sich selbst zu regenerieren, hieß es zur Begründung, was auch die Stadtgärtnerei bestätigt hatte. (Siehe auch Weg am Hochwald bleibt und Hochwald: Keine Schäden durch Weg)

Martina Neubauer (Grüne) wollte dem nicht folgen: „Ein Zusammenhang der vorhandenen Schäden mit dem Wegebau wird nicht bestätigt, aber auch nicht ausgeschlossen.“ Die Erholung der Bäume könnte also auch an den besonderen Pflegemaßnahmen liegen. Klaus Rieskamp (DPF) wollte das weitere Monitoring des Waldstückes sofort beendet wissen: „Wir kaprizieren uns hier auf eine winzige Fläche im Vergleich zum gesamten städtischen Wald.“ Anders sah es Anton Wiesböck (FDP), der vehement dafür warb, wenigstens das Bewässern in Trockenperioden beizubehalten. Stefan Frey (CSU) ging es vor allem darum: „Nicht feststellen, dass der Wald durch den Wegebau keinen Schaden genommen hat.“ Christine Lipovec (BMS) zog aus den Äußerungen der Ratskollegen den Schluss: „Wenn wir den Gutachtern nicht glauben, können wir in Zukunft jegliche Gutachten sparen.“

Der Ausschuss nahm den Zwischenbericht zur Kenntnis und stimmte einhellig zu, künftig auf den Eintrag von Laubstreu zu verzichten. Der Antrag von Rieskamp, das Monitoring zu beenden, scheiterte bei Stimmengleichheit (6:6). Einstimmig befürwortet wurde die Anregung von Wiesböck, jegliches Totholz im Wald zu lassen, auch wenn es von gefällten Bäumen stammt. Der Antrag von Angelika Wahmke (UWG), die Bewässerung in Trochenperioden fortzusetzen wurde mit 7:5 Stimmen befürwortet.