Im Bau- und Kulturausschuss des Stadtrates sind die Weichen dafür gestellt worden, dass die Sanierung der Söckinger Kirche Sankt Stephan sowie die Herstellung des dafür seit langem gewünschten barrierefreien Zugangs beginnen kann. Der Kulturausschuss sicherte der Katholischen Pfarreiengemeinschaft einstimmig einen Zuschuss in Höhe von maximal 380000 Euro zu, unter dem Vorbehalt, dass die Diözese Augsburg sich ebenfalls an den Sanierungskosten beteiligen wird. Die Arbeiten sollen zwischen 2020 und 2022 ausgeführt werden. Der Zuschuss wird nach Vorlage der entsprechenden Verwendungsnachweise ausgezahlt. Der Bauausschuss hatte zuvor den Entwurf für den barrierefreien Zugang gebilligt, der Verwaltung den Auftrag erteilt, Städtebaufördermittel für das Projekt zu beantragen, die Maßnahme auszuschreiben und vor der Vergabe der Arbeiten das Ausschreibungsergebnis nochmals dem Bauausschuss vorzulegen. Die Kosten für die neue Rampe, angrenzende Grünbereiche, den Umbau des Gehwegs, der Fahrbahn und Herstellung der Barrierefreiheit belaufen sich geschätzt auf rund 500000 Euro (siehe auch Barrierefrei zu Kirche und Friedhof). Angelika Wahmke (UWG) wollte sparen und beantragte, nur die Rampe, nicht aber die Treppe zur Kirche zu bauen, hatte jedoch alle anderen Mitglieder des Bauausschusses gegen sich.

Nach den Worten von Bürgermeisterin Eva John sieht der Statiker dringenden Handlungsbedarf bei der Kirche. Ein sehr renomierter Architekt mit viel Erfahrung im Denkmalschutz habe sich dem Gotteshaus angenommen und den Sanierungsbedarf mit 1,1 Millionen Euro beziffert. Die Pfarreiengemeinschaft selbst habe nach der gerade abgeschlossenen Renovierung der Söckinger Kirche Sankt Ulrich nun fast kein Geld mehr, aber dennoch 75000 Euro aus Eigenmitteln angeboten. „Ständige Praxis ist bei der Stadt, bei solchen Maßnahmen bis zu 40 Prozent der Kosten als Zuschuss in Aussicht zu stellen“, sagte John. Das sei Voraussetzung dafür, dass auch andere Zuschussgeber Zusagen machen könnten.

Martina Neubauer (Grüne) verwies auf weitere renovierungsbedürftige Kirchen im Stadtgebiet (Hanfeld, Sankt Maria in Starnberg) und verlangte, den städtischen Zuschuss unter den Vorbehalt zu stellen, dass sich die Diözese Augsburg beteiligt. Mit Blick auf den Finanzplan der Stadt für die nächsten Jahre müsse man die erheblichen Kosten im Kopf behalten.

Markus Mooser (WPS) äußerte sich dankbar, dass die Diözese Augsburg anders als andere Diözesen sich noch so für die Kirchen engagiere und „diese Kulturdenkmäler erhält“. Auf seine Nachfrage, sagte die Bürgermeisterin, es sei zunächst die Herstellung der neuen Erschließung geplant, danach die Sanierung des Gotteshauses. Über den Zuschuss entscheide wegen seiner Höhe auch noch der Stadtrat, so John.

Im Bauausschuss war man sich über die Notwendigkeit einer schnellen Ausschreibung für die Erschließung einig gewesen. Gerd Weger (CSU), der immer wieder auf dieses Projekt gedrungen hatte, wollte jetzt nicht zustimmen, weil ihm die Umgestaltung des Straßenraumes an der Kreuzung Bismark-/Andechser Straße als zum umfangreich erschien. Hier ist geplant, den Gehweg zu verbreitern. John fragte: „Den bisher 70 Zentimeter breiten Gehweg beizubehalten – das können Sie nicht wollen?“ Vielmehr solle die Stadt den Umstand der hohen Zuschüsse nutzen, jetzt etwas zu verbessern. Laut Stadtbauamt ist die Verbreiterung auf knapp zwei Meter auch Teil der Herstellung der Barrierefreiheit.

Angelika Kammerl (DPF) unkte, es werde bei den 500000 Euro sowieso nicht bleiben, und im Ürigen halte sie die Kosten auch gar nicht für gerechtfertigt. Franz Heidinger (BLS) machte den Vorschlag, die Treppe zu streichen. Die Rampe reiche als Zugang aus. Das rief Annette von Czettritz (Grüne) auf den Plan: „Das wäre dann ein schräger und verdammt langer Fußweg. Der bisherige Überweg über die Bismarkstraße sei gefährlich, weil Autofahrer dort Angst hätten, am Berg nicht wegzukommen und deshalb viel aufs Gaspedal drückten. Dort seien aber auch Schulkinder unterwegs, warb sie für den verbreiterten Fußweg.

Für Ludwig Jägerhuber (CSU) reiht sich der Umbau in die Reihe der Maßnahmen, die die Ortsmitte von Söcking nach der Abstufung der Andechser-/Söckinger Straße zur Ortsstraße verkehrsberuhigen sollten. Für ihn überwögen die Vorteile, sagte er. Allerdings wollte er alles zunächst zur Probe für ein Jahr als Provisorium umsetzen. Dem widersprach die Bürgermeisterin. Man müsse das jetzt zügig und komplett machen, weil ein Grundstückstausch nötig und schon vereinbart sei und es zeitliche Absprachen mit der Kirche hinsichtlich der Sanierung gebe.

Josef Pfister (BMS) erinnerte daran, dass es bisher nur einen Zugang für sportliche Kirchenbesucher gegeben habe: „Diese schwere Geburt sollte endlich mal das Licht der Welt erblicken“, forderte er eine schnelle Umsetzung.