Im Rahmen einer kleinen Feierstunde hat Bürgermeisterin Eva John der langjährigen Vorsitzenden des STAgenda-Arbeitskreises Energie und Klimaschutz, Karin Wurzbacher, die Bürgermedaille der Stadt Starnberg verliehen. Als im Mai dieses Jahres andere verdiente Bürger diese Auszeichnung erhielten, befand sich Wurzbacher gerade auf einer längeren Reise und konnte nicht teilnehmen (siehe Gerechtigkeit an einem liebenswürdigen Tag). Deshalb wurde die Ehrung nun nachgeholt. Der Ehrenbürger und ehemalige Bürgermeister der Stadt Starnberg, Heribert Thallmair, Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger sowie andere Bürgermedaillenträger und zahlreiche Stadträte erwiesen Wurzbacher durch ihre Teilnahme an der Feier die Ehre. Umrahmt mit Musik (Klavier und Gesang) wurde sie durch Cathi van Douwe von der Starnberger Musikschule. Überraschungsgast war die 17jährige Söckingerin Emily Kura, die ihren eigens für diesen Tag getexteten „Poetry“ vortrug. Titel: „Kleckse oder ein Kunstwerk des Grauens“. Hierbei ging es genauso wie bei Wurzbachers Engagement um den Klimaschutz.

In ihrer Laudatio hob Bürgermeisterin John die wichtigsten Verdienste der neuen Bürgermedaillenträgerin hervor. Begonnen habe alles nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl, nach dem Wurzbacher, von Beruf Physikerin, die Gefahren auch für den Landkreis Starnberg schnell und richtig einschätzte. Als Mutter von zwei Söhnen schloss sie sich damals mit anderen Müttern zusammen und stellte Informationen zur Minimierung der Strahlenbelastung zur Verfügung. Wurzbacher ist Mitbegründerin des Vereins „Mütter gegen Atomkraft“, der sich für den Atomausstieg einsetzte und weiter einsetzt. Sie  war acht Jahre Sprecherin des Bund Naturschutz (BUND) in Bayern, des Landesarbeitskreises „Energie und Klima aktiv“ und ist heute noch für den Arbeitskreis des BUND „Atomenergie und Strahlenschutz“ tätig. Außerdem berät sie das Umweltinstitut München, an dem sie lange Jahre beschäftigt war. Was Starnberg angeht war Wurzbacher Frau der ersten Stunden der STAgenda 21, leitet von Beginn an den Arbeitskreis Energie und Klimaschutz. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern hat sie seit 1997 mehr als 60 Anträge zu Energieeffizienz und Klimaschutz in den Stadtrat eingebracht. Darüber hinaus ist sie im Energiewende-Verein des Landkreises aktiv und hilft diesem, bis 2035 energieautark zu werden.

John lobte Wurzbachers  „außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement, ihren großen persönlichen Einsatz, ihr Fachwissen, ihre Verdienste um den Atomausstieg, den Klimaschutz und die Energiewende in Starnberg. Sie handeln, wo andere vielleicht zaudern. Sie geben ohne zu nehmen. Sie lehren uns Umweltbewusstsein und überzeugen den Stadtrat  von jeder guten Idee. Sie sind ein Geschenk für Starnberg und für die Region.“

Wurzbacher selbst wollte nicht verhehlen: Die heutige Auszeichnung „gfreit mi ganz narrisch!“ Freude empfinde sie auch darüber, „dass alle drei Bürgermeister, die die STAgenda überlebt hat“, anwesend seien. Heribert Thallmair habe die STAgende mit ins Leben gerufen und unter Ferdinand Pfaffinger und Eva John habe man erfolgreich arbeiten können. Die Bürgermedaille verstehe sie als Aufforderung, in ihrem Bemühen nicht nachzulassen.