Wie schon mehrfach auf Parteiveranstaltungen oder in Gesprächen mit der Presse betont, setzt der Starnberger FDP-Ortsverband auf einen Neuanfang nach der Kommunalwahl im März 2020. Der schlägt sich auch in der Liste der Kandidaten für den Stadtrat nieder, die in der offiziellen Aufstellungsversammlung festgelegt wurde. Die beiden aktuell die Partei vertretenden Stadträte der Liberalen, Iris Ziebart und Anton Wiesböck, sind nicht mehr dabei. Während Ziebart schon vor Monaten angekündigt hatte, sich nach 18 Jahren als Mitglied des Rates nicht erneut zur Wahl stellen und auch keine Parteiämter mehr übernehmen zu wollen, kam Wiesböcks Ausstieg überraschend. War er doch bis vor kurzem noch Mitglied im Wahlkampfteam des neuen Ortsvorsitzenden und Bürgermeisterkandidat Marc Fiedler gewesen. Jetzt sagte Wiesböck dem Blog: „Ich will jungen Leuten eine Chance geben.“ Und: „Ich falle nicht um.“ Letztgenanntes wohl auch ein Hinweis auf den Kurswechsel bei den Liberalen.

Fiedler und seine Vorgängerin im Ortsvorsitz, Heike Barall-Quiring, hatten wie berichtet angekündigt, die von Ziebart und Wiesböck in dieser Ratsperiode geübte Unterstützung von Bürgermeisterin Eva John sowie der Bürgerinitiative „Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel“ und des Bürgervereins „Schöner zum See“ künftig nicht fortsetzen, sondern einen eigenständigen, „von Lagerdenken freien, rein sachorientierten Kurs“ fahren zu wollen. Das hat Fiedler auch in seiner jüngsten Pressemitteilung nach der Aufstellungsversammlung wieder betont. Hauptsächlich geht es um die beiden großen Projekte der Stadtpolitik – den Bau des B2-Tunnels und die Gleisverlegung am Bahnhof See (Seeanbindung). Barall-Quring war dieses Jahr die erste gewesen, die mit dem neuen Kurs vorgeprescht war (siehe FDP-Vorsitzende prescht vor) und sich für junge neue Gesichter und einen anderen Kurs ausgeprochen hatte. Der Kurswechsel gilt wohl auch für sie selbst. Lehnte sie es bisher vehement ab, sich als Stadtratskandidatin zur Verfügung zu stellen, nun der Wandel: Sie kandidiert auf Platz 8 der Liste. Laut Fiedler, „um nach dem Rückzug von Anton Wiesböck das neue Team mit eigenen Erfahrungen aus neun Jahren Stadtratsarbeit optimal unterstützen zu können“. Barall-Quiring war 2005 als Nachrückerin für den vorzeitig aus dem Stadtrat ausscheidenden FDP-Rat Hans-Peter Tauche in die Fraktion gekommen und hatte diese aus beruflichen Gründen 2012 vorzeitig wieder verlassen. Ab 2015 bis heuer war sie FDP-Ortsvorsitzende.

Fiedler stellte das Motto der Starnberger FDP vor: „Es geht für Starnberg ums Ganze. Mit pragmatischen Lösungsansätzen und innovativen Ideen überwinden wir den Stillstand und bringen Starnberg voran.“ Die Liste der Stadtratskandidaten ist mit 16 Frauen und 14 Männern sehr weiblich. Man wählte das sogenannte „Reisverschlusssystem“ – auf einen Mann folgt eine Frau. Neulinge in der Ortspolitik sind bei den Kandidaten in der Mehrzahl. Von den 30 Kandidaten gehören 17 nicht der FDP an, sondern sind parteifrei. Dass Parteifreie für die Liberalen in den Kommunalwahlkampf ziehen hat aber in Starnberg schon eine lange Tradition. Die Zukunftsthemen sollen Wohnen, Innenstadt, Verkehr, Gewerbe, Bahnhof See und die Senkung der Hebesätze für die Gewerbesteuer sein.

Hier die Kandidatenliste:

  1. Fiedler, Marc
  2. Henniger, Anke
  3. Windorfer, Valentin
  4. Heidtmann-Ambrosoli, Paola
  5. Zeil, Stefan
  6. Zwißler, Petra
  7. Engels, Stefan
  8. Barall-Quiring, Heike
  9. Hange, Rainer
  10. Schuler, Anka
  11. Ackermann, Markus
  12. Hange, Katharina
  13. Schubert, Petra
  14. Dr. Neuburger-Hardt, Rahild
  15. Fetoski, Julian
  16. Windorfer, Karin
  17. Henniger, Andreas
  18. Schleer, Annette
  19. Ritter, Stefan
  20. Menzler, Barbara
  21. Seggewisse, Herbert
  22. Doose, Dunja
  23. Reiz, Michael
  24. Schneider, Lilo
  25. Wehnelt, Ulrich
  26. Fiedler, Evelyn
  27. Prof. Quiring, Andreas
  28. Heubeck-Schlaeger, Christine
  29. Schneider, Wolf D.
  30. Simons-Haasens, Barbara