Die Übertragung von Haushaltsresten von diesem auf den nächstjährigen Haushalt hat in diesem Jahr nicht wie im vergangenen Jahr zu den ganz großen Diskussionen geführt. Allerdings wurde die Höhe der Mittel, die übertragen werden sollen, auch nur zur Kenntnis genommen und noch nicht fest beschlossen.

Haushaltsreste sind Finanzmittel, die im diesjährigen Haushalt für Projekte eingestellt worden waren, die nun zum Jahresende noch nicht endgültig abgeschlossen oder abgerechnet sind. Für das Ergebnis der Jahresrechnung ist es, wenn beide davon betroffenen Jahre gemeinsam betrachtet werden, unter dem Strich eigentlich unerheblich, ob diese Mittel übertragen oder neu in den nächstjährigen Haushalt eingestellt werden. Im letzten Jahr benutzten einige Stadträte diese Diskussion, um die Aufstellung des Haushaltsentwurfs grundsätzlich zu torpedieren (siehe Ausgabereste – ein Streitthema). Sie glaubten, die von ihnen selbst beschlossenen Projekte nochmals in Frage stellen zu müssen. Ludwig Jägerhuber (CSU) versuchte auch diesmal einen Aufschub von Entscheidungen zu erreichen, indem er forderte, man brauche zunächst einen Gesamtentwurf zum nächstjährigen Haushalt, bevor man über die Übertragung von Resten aus diesem Jahr entscheiden könne: „Wir dürfen das Füllhorn nur so ausschütten, dass es passt und wir es gegenüber der Bevölkerung verantworten können“, sagte er. Man werde streichen müssen, statt den Vorschlag der Verwaltung abzunicken. Markus Mooser (WPS) kritisierte umgehend „jedes Jahr die gleiche Diskussion“. Es sei inkonsequent von ihnen selbst beschlossene Projekte im Haushalt nicht mit Finanzmitteln auszustatten.

Auf Vorschlag von Martina Neubauer (Grüne) einigte man sich darauf, die Projekte auszusondern, die jetzt am Jahresende noch gar nicht begonnen worden sind. Eine lange Liste wurde Punkt für Punkt durchgegangen und etliche Posten in Abgang gestellt, darunter auch das Projekt „Seniorenfitness“, für das Gerd Weger (CSU) die Aufstellung von Seniorenfitnessgeräten im Bürgerpark beantragt hatte. Ob die dafür vorgesehenen 50000 Euro neu in den nächstjährigen Haushalt aufgenommen werden, entscheidet der Stadtrat. Nicht übertragen wurden außerdem 20000 Euro für Baumaßnahmen am Feuerwehrhaus Hanfeld (10:3), 50000 Euro für die Erweiterung der Schlossbergschule (10:3) sowie für Landschaftsbau an der Schule in Höhe von 67504 Euro (9:4), und für das geplante Parkdeck am Seebad mit Planungskosten von 48240 Euro (9:4). Verkehrte Welt, denn das sind allesamt Projekte, die der Stadtratsmehrheit aus CSU, UWG, Grünen, SPD, DPF und BLS besonders wichtig waren. Sie als Ausgabereste halten wollten nun überwiegend Vertreter von WPS, BMS, FDP und die Bürgermeisterin.

Am Ende blieben aus der langen Liste von 21,737 Millionen Euro nur noch 21,5 Millionen Euro zum Übertragen übrig. Statt 4,119 sollen 4,355 Millionen Euro in Abgang gestellt werden.