Der Bericht des Kommunalen Prüfungsverbandes für die Haushaltsjahre 2015 bis 2017 liegt dem Rathaus inzwischen vor. Wie damit umgegangen werden soll, dazu gab es im Stadtrat unterschiedliche Auffassungen. Es wurden Beschlüsse gefasst, deren Zulässigkeit erst noch geprüft werden muss.

Angelika Kammerl (DPF) beschwerte sich, dass der Bericht nur im Rathaus einzusehen sei, nicht jedoch jedem Stadtrat zum Lesen daheim zur Verfügung stehe. „Es hat nicht jeder so viel Zeit und ist kein praktikables Element, nur während der Bürozeiten im Rathaus lesen zu können. Das legt die Arbeitsfähigkeit des Stadtrates lahm.“ Sie habe schon acht Seiten des Berichtes abgeschrieben. Das weiter zu betreiben übersteige bei weitem das zeitliche Engagement eines ehrenamtlichen Stadtrates“, so Kammerl. Wenn die Bürgermeisterin den Bericht nicht zur Verfügung stelle, werde sie sich wieder bei der Rechtsaufsicht im Landratsamt beschweren. Die Mehrheit unterstützte wie üblich Kammerls Antrag (17:12), obwohl zuvor einstimmig schon beschlossen worden war, die Verwaltung werde prüfen, ob eine Veröffentlichung im nur Stadträten zugänglichen „Allriss-System“ zulässig sei. Wie der Leiter des Amtes für Bürgerservice und Verwaltung, Ludwig Beck, berichtet hatte, ist es Wunsch des Kommunalen Prüfungsverbandes, dass der Bericht nicht vervielfältigt und ausgehändigt wird. Beck hatte erläutert, jede Beanstandung des Verbandes werde von der zuständigen Abteilung im Rathaus den verschiedenen Ausschüssen oder dem Stadtrat zur Abstimmung über den  Umgang damit vorgelegt werden. Das gelte auch für den zudem vorliegenden Teilbericht „Bauausgaben 2011 bis 2014“.

Thomas Beigel (CSU) erwartet, dass der Prüfungsbericht im Rechnungsprüfungsausschuss des Stadtrates behandelt wird. Dessen Leiter Markus Mooser (WPS) wies darauf hin, dass es auch dazu bereits einen einstimmigen Beschluss des Ausschusses gebe. Beigel will dem Stadtrat dann im Januar Bericht erstatten. Er erinnerte daran, dass der Rat Bürgermeisterin Eva John die Entlastung für 2017 versagt habe, mit der Begründung, erst müsse der Prüfbericht des Kommunalenen Prüfungsverbandes vorliegen (siehe Erneut Entlastung von John verweigert und Entlastung zum dritten Mal versagt).

Der Antrag von Patrick Janik (UWG), ein Vertreter des Prüfungsverbandes möge den Bericht dem Stadtrat erläutern, wurde mit 27:2 Stimmen beschlossen, einstimmig genauso der Wunsch von Martina Neubauer (Grüne) bei der anstehenden Beratung des Stellenplanes für den Haushalt 2020 alle relevanten Feststellung der Prüfer vorzulegen.