An der Sankt-Michael-Straße 12 in Hanfeld vermietet der Eigentümer bisher Abstellplätze für Wohnmobile. Jetzt hat er beantragt, den entsprechenden Bebauungsplan zu ändern, damit er auf dem Grundstück ein Boardinghous mit Tiefgarage bauen könnte. Die Bauverwaltung befürchtet für diesen Fall jedoch einen Konflikt zwischen den in der Nachbarschaft etablierten Gewerbebetrieben, wie zum Beispiel eine Autolackierei, und der mit dem Boardinghouse einhergehenden Wohnnutzung – vor allem hinsichtlich der Immissionsbelastung durch Lösungsmittel. Deshalb gab der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung den Auftrag, ein Gutachten erstellen zu lassen und mit dem Eigentümer einen Kostenerstattungsvertrag zur zu ändernden Bauleitplanung abzuschließen (einstimmig).

Der Eigentümer möchte höchstens 60 Quadratmeter große Wohnungen für Auszubildende, Studenten und Werksangehörige in dem Boardinghouse anbieten können. Die Tiefgarage plant er mit 24 Stellplätzen für insgesamt 16 Wohnungen. Ein Boardinghouse ist eine Mischnutzung zwischen einem Hotel und Wohnungen, in dem die Nutzer eher kurze Zeit verweilen. Der rechtsgültige Bebauungsplan schließt derzeit aber Wohngebäude und Beherbergungsbetriebe in diesem Mischgebiet aus. Laut Bürgermeisterin Eva John kann der Bebauungsplan nur geändert werden, wenn die Interessen der schon bestehenden Gewerbebetriebe nicht beschnitten werden.