Es ist umstritten, ob der im August 2016 eröffnete Bürgerpark – Arbeitstitel war von Beginn an Bürgerpark „Schiffswiesen“ – einen neuen Namen braucht. Im Sprachgebrauch der Starnberger ist es seit langem der „Bürgerpark“. Jetzt soll ein Namenswettbewerb zeigen, was die Bürger wirklich wolllen. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates  einstimmig beschlossen.

Eingerichtet worden ist der Bürgerpark auf Antrag von „Bündnis Mitte Starnberg“ (BMS), der Gruppierung von Bürgermeisterin Eva John. Andere Fraktionen hatten mit diesem vom Freistaat Bayern erworbenen Teil der ehemals fast doppelt so großen „Schiffswiesen“ ganz andere Pläne gehabt. So liebäugelten viele mit einem Nobelhotel und teueren Wohnungen. Sie wollten das Gelände versilbern und mit dem dabei erhaltenen Geld Teile des Seeanbindung bezahlen. Die UWG will das heute noch. Ob diese jedoch eines Tages Wirklichkeit wird, steht momentan in den Sternen, seitdem die Bahn sich aus der Mediation mit der Stadt verabschiedet hat und ankündigte, Starnberg verklagen zu wollen (siehe Bahn erklärt Mediation für gescheitert). CSU-Stadtrat Gerd Weger, der sich ursprünglich ebenfalls für ein Hotel ausgesprochen hatte, konnte sich mit dem Namen Bürgerpark nicht abfinden. Im Oktober 2107 setzte er zusammen mit der Stadtratsmehrheit aus CSU, UWG, Grünen, SPD, DPF und BLS durch, dass der Park künftig in Erinnerung an Baurat Ulrich Himbsel „Himbselpark“ heißen sollte (siehe Mehrheit will “Himbselpark”) und spricht seitdem auch unverdrossen vom „Himbselpark“.

Den Bürgern gefiel das aber offenbar nicht. Auf der im November 2017 stattfindenden Bürgerversammlung wurde zweimal der Antrag gestellt, es beim Namen „Bürgerpark“ zu belassen. Beide Anträge erhielten sehr große Unterstützung. Als sich der Stadtrat nochmals damit befassen sollte, machte Angelika Wahmke, damals noch Mitglied der Bürgerliste, inzwischen zur UWG gewechselt, den Vorschlag, die Namensfindung für den Park einem Wettbewerb zu überlassen. Der Rat nahm das im Dezember 2017 mit 15:13 Stimmen an.

Der soll nun wie folgt ablaufen:

Wenn die Stadtverwaltung den Aufruf zum Wettbewerb veröffentlicht hat, kann wer teilnehmen will innerhalb von zwei Wochen Vorschläge beim Rathaus einzureichen. John, Mitglieder des Stadtrates sowie der Stadtverwaltung dürfen sich nicht beteiligen. Eine Jury wählt die drei besten Vorschläge aus. Der Jury sollen Vertreter des  Jugendtreffs, des Seniorenbeirates, Bürgermeisterin Eva John, ein Vertreter des Stadtarchivs, eine Vertreterin des städtischen Grünplanungsamtes sowie Sportreferent Winfried Wobbe (UWG) und Angelika Wahmke angehören. Den Gewinnern des Wettbewerbs winken Gutscheine für den Besuch des Seebad Starnberg.