Seit 52 Jahren rackert sich Gerd Weger für die Christlich Soziale Union (CSU) ab. Herausragende Erfolge blieben ihm dennoch versagt, denn immer gab es für ihn Gegner, die seine Pläne zunichte machten. Heute wird Weger, der nach fast 48 Jahren als Stadtrat für seine Partei sein Mandat im Mai niederlegt und aus Altersgründen nicht erneut zur Kommunalwahl im März antritt, 75 Jahre alt.

Gegner fanden sich vor allem innerparteilich. Vieles ist Weger mehr als nur an die Nieren gegangen. Dennoch ist und blieb er in der Vergangenheit ein treuer Parteisoldat, komme was da wolle. Der Dank beschränkte sich auf die üblichen Ehrungen einer Partei und darauf, dass er vor Wahlen stets einen guten Listenplatz erhielt, weil er mehr als andere CSU-Kandidaten dank seines Rufes als „Kümmerer“ mehr Stimmen errang. So war er bei der Wahl 2002 der absolute Häufelkönig. Mit 6505 Stimmen hatte er mehr Wähler überzeugt als der damals erstmals als Bürgermeister angetretene Ferdinand Pfaffinger (6114). Ansonsten endeten die übernommenen Ämter oft für Weger enttäuschend, so der Orts- und Fraktionsvorsitz der Starnberger CSU und sogar die Aufgabe als Organisator des Starnberger Faschingstreibens auf dem Kirchplatz. Zumindest die Perchalla wußte ihn zu ehren – mit dem Seerosenorden. Für das Amt des Jugendreferenten machte er irgendwann Jüngeren Platz. Ortsteilreferent und der katholischen Kirche sehr verbunden ist Weger aktuell immer noch. Um deren Wünsche und Belange versucht er sich nach wie vor besonders zu kümmern. Doch Unterstützer zu gewinnen ist nicht mehr so einfach in diesem Stadtrat, hat Weger doch auch selbst etliche verprellt, seit er es aufgab, auch gegen seine Partei für seine eigene Überzeugung einzustehen. Seit dem 17. Februar 2017 gehört er zu den Tunnelbefürwortern, obwohl er zuvor stets seine Ablehung dieses Projektes betont hatte. Der Fraktionszwang war stärker und ist es seitdem geblieben. So hob er in den letzten drei Jahren zudem bei jeder Aktion von CSU, UWG, Grünen, SPD, DPF und BLS gegen die amtierende Bürgermeisterin Eva John die Hand und stützte diese Stadtratsmehrheit, ist auch selbst auf der Suche nach Themen, mit denen er der Rathauschefin schaden kann. Alle früheren Animositäten heute noch oder wieder aktiv gewordener Ratskollegen dieser Mehrheit, die ihm in früheren Jahren übel mitgespielt hatten, sind offenbar vergessen. Das Wort „altersmilde“ trifft auf Gerd Weger nicht zu.