Im jüngsten Projektausschuss Verkehrsentwicklung des Stadtrates hat Frank Trebus vom Ingenieurbüro Vössing das Ergebnis der neuesten Verkehrszählung nach Eröffnung der Westumfahrung vorgestellt und gemeinsam mit seinem Kollegen von SHP eine Prognose für die Verkehrszahlen im Jahr 2035 abgegeben. Dank der Westumfahrung kommt es zu einer Reduzierung der Verkehrsbelastung an der Stadteinfahrt auf der Hanfelder Straße. Je weiter man aber auf dieser Richtung Tutzinger-Hof-Platz fährt, desto geringer ist die Entlastung jetzt schon. Begründung des Experten: „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten. Durch ein neues Angebot verändert sich der Verkehr im Raum.“

Bei der letzten Verkehrszählung 2015 wurden am Beginn der Bebauung im Norden der Hanfelder Straße noch 16500 Fahrzeuge gezählt, in diesem Jahr nur noch 13100. Im Bereich Oßwaldstraße sank die Belastung von 18600 auf 15200 Fahrzeuge. Im weiteren Verlauf bis zum Tutzinger-Hof-Platz (jetzt gezählt 24600) sind die Zahlen fast unverändert gegenüber 2015. Auf dem Neubaustück der Westumfahrung wurden heuer 7100 Fahrzeuge gezählt, sie wird also gut angenommen, vor allem von Verkehr von und nach Weilheim. Das zeigt auch das Ergebnis auf dem Stück zwischen dem neuen Kreisverkehr westlich von Söcking und dem Maxhof-Knoten: die Zahl stieg hier von 4900 auf 11600 Fahrzeuge. Entlang der Weilheimer Straße im Bereich der Stadt Starnberg veränderte sich dagegen nur marginal etwas. Auf der Andechser Straße in Söcking reduzierte sich das Aufkommen von 9400 auf 8200, aber wo die Söckinger Straße Richtung Starnberg und B2 verläuft, sind es nur 200 Fahrzeuge weniger.

Zum Vergleich legte Trebus die neueste Prognose für 2035 vor. Mit berücksichtigt hat er den dann planmäßig schon fertiggestellten Tunnel. Spürbar bleibt die allgemein steigende Verkehrsbelastung der nächsten Jahre auch auf den Starnberger Straßen. Am Autobahnende in Percha sind dann nach Einmündung der Berger Straße 49100 Fahrzeuge zu erwarten, auf der Weilheimer Straße nach dem südlichen Tunnelportal zwischen 23400 und 25500. Am Tutzinger-Hof-Platz werden 18800 Fahrzeuge erwartet, also nur rund 6000 weniger als heute. Jörn Janssen vom Ingenieurbüro SHP aus Hannover ergänzte: Im Tunnel werden voraussichtlich 22700 Fahrzeuge unterwegs sein, womit dieser wie schon berichtet „randvoll“ sei. In der Hauptstraße sinkt die Belastung gering: von heute 24 00 auf 18800. Auf der Söckinger Straße werden 9800  erwartet. Heute sind es 7700. Positiv: am Bahnhofsplatz sinken die Zahlen von heute 9600 auf dann 2500. Wo sich kaum etwas verändert, liege das daran, dass sich der hausgemachte Ziel- und Quellverkehr ohne zusätzliche Maßnahmen der Stadt nicht verändern werde.