Feuerwehrkommandant Markus Grasl wünscht sich, dass die Stadt Starnberg das dem Landkreis Starnberg noch gehörende, demnächst aber auszumusternde Katastrophenschutzboot kauft und der Starnberger Feuerwehr zur Verfügung stellt. Diese hatte das Boot seit 1994 auf Grund einer Überlassungsvereinbarung zwischen Landkreis und Stadt unter ihren Fittichen. Der Landkreis hat nun ein neues Boot angeschafft, das zu Jahresanfang in Betrieb gehen soll, aber in Tutzing stationiert wird. CSU-Stadtrat Stefan Frey hatte im Sommer beantragt, das Rathaus möge den Erwerb prüfen. Eine Entscheidung und die Beratung im Ferienausschuss war wie berichtet unterblieben, weil Angelika Kammerl (DPF) mit ihrem Vorstoß die Mehrheit des Ausschusses hinter sich hatte, die Angelegenheit zuvor im Projektausschuss für Feuerwehr- und Rettungsdienstangelegenheiten zu beleuchten. Das ist nun geschehen. Fazit dort: Das vom Landkreis in Auftrag gegebene Wertgutachten für das 25 Jahre alte Boot ist abzuwarten und die Kosten für die dann von der Starnberger Feuerwehr für nötig gehaltene Aufrüstung sind zu schätzen. Liegt beides vor, soll der Stadtrat über den Erwerb entscheiden (einstimmig).

Grasl gestand zu: „Das Boot ist nicht on top.“ Er hat aber Beispiele, wo es sehr nützlich wäre, und wo die Feuerwehr größere Möglichkeiten sieht, im Brandfall schnelle Hilfe von der Wasser- statt  der Landseite leisten zu können, so in der Wassersportsiedlung oder bei Bränden von Bootshütten. Grasl denkt aber auch noch weiter. Das Boot braucht natürlich auch eine Bootshütte, wo es sicher untergebracht ist. Würde diese direkt am Strandbad gebaut, könnte eine Wachmannschaft in den Sommermonaten dort die Besatzung stellen, und hätte die Möglichkeit, mit der Familie trotz Wachdienst schöne Stunden am Wochenende zu verbringen. Die alte Bootshütte sei im Gegensatz dazu schwierig anfahrbar und biete diese Möglichkeit nicht, sagte Grasl, der seinen Vorschlag auch mit Blick auf die Jugendarbeit als „Kunstgriff“ bezeichnete, den die Stadt schon vor dem Vorliegen des im nächsten Jahr erwarteten Feuerwehrbedarfsplans vornehmen könnte.

Markus Mooser (WPS) hatte aber Bedenken gegen den alten Bootsantrieb, den er von Einsätzen der DLRG kenne, bei der er Mitglied sei. „Die Aufgaben der Starnberger Feuerwehr lassen sich sich mit diesem Boot nicht erfüllen. Die Schlösser- und Seenverwaltung wird den alten Antrieb gar nicht genehmigen“, so Mooser. Grasl hält die Ersatzteilversorgung jedoch für „im grünen Bereich“. Die technischen Bedenken teile er nicht, sagte er. Vielmehr kündigte der Kommandant eine Eigenleistung der ehrenamtlichen Feuerwehrler an, aus dem bisherigen Mehrzweckboot ein Feuerwehrboot zu machen.

Anton Wiesböck (FDP) sah noch mehrere Fragen offen: Wie hoch werden die Ertüchtigungskosten sein? Warum gibt der Landkreis das Boot überhaupt her? Er wollte erst abstimmen, wenn das Wertgutachten vorliegt.

Gerd Weger (CSU) forderte den an der Sitzung teilnehmenden Kreisbrandrat Peter Bauch auf, seine Ansicht kund zu tun. Der lehnte dies aber mit dem Hinweis ab, dass man erst nach Vorliegen des Feuerwehrbedarfsplans beurteilen könne, was die Starnberger Feuerwehr tatsächlich benötige. Das Legen von Ölsperren bei Bootsunfällen auf dem See sei auf jeden Fall Aufgabe des Landkreises. Darauf hin meinte Weger: „Mir ist unwohl. Wir sollten den Bedarfsplan abwarten.“

Ganz anders der Referent des Stadtrates für Feuerwehr- und Rettungsdienstangelegenheiten, Franz Heidinger (BLS): „Wenn der Landkreis mitspielt kriegen wir das Boot für einen Apfel und ein Ei. Wenn es hoch kommt, geht es um eine Investition von insgesamt 20000 Euro. Die Feuerwehr sollte am Uferrand flexibel sein. Am Strandbad ist sie schnell einsatzfähig und es ist dann alles da, was man braucht.“

Unterstützung bekam er von Patrick Janik (UWG): „Der Landkreis will das alte Boot sicher loswerden. Wir haben jetzt Gelegenheit, es zu erwerben. Ob das auch noch so ist, wenn der Feuerwehrbedarfsplan vorliegt, ist fraglich. Deshalb sollten wir uns jetzt entscheiden.“ Das sah die Mehrheit allerdings anders.