Die Verwaltung hat den Haupt- und Finanzausschuss über das Ergebnis der Prüfung im Bereich Personalwesen durch den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband informiert. Demnach übte der Verband Kritik am guten Betreuungsschlüssel der Stadt im Bereich der Kindertagesstätten mit 1:8,5. Das bedeutet, dass eine Erzieherin für 8,5 Kinder zuständig ist. Der Verband verwies auf andere Kommunen und den dort üblichen Schlüssel von 1:10. Ludwig Beck, Leiter des Amtes für Bürgerservice und Verwaltung, rückte das zurecht: „Inzwischen ist uns bescheinigt worden, dass der bessere Schlüssel ein Qualitätsmerkmal in der Starnberger Kinderbetreuung ist und der Prüfungsverband falsch liegt.“ „Bei uns ist es halt kindgerecht“, ergänzte Bürgermeisterin Eva John. „Wenn man Qualität sichern will, dann geht das nur über zusätzliches Personal“, so Beck.

Ludwig Jägerhuber (CSU) sah die Bedenken seiner Partei bestätigt, dass insbesondere das Bauamt überdurchschnittlich besetzt sei. Damit zog er sich harsche Kritik von Markus Mooser (WPS) zu. „Ausgerechnet die Tunnelfraktion und die Partei, die die Seeanbindung will, zwei riesige und komplizierte Projekte“, erinnerte Mooser daran, dass so etwas den Einsatz von viel Personal nach sich ziehe. Er kritisierte den Prüfungsverband, der Starnberg mit Städten in ganz Bayern vergleiche. Jägerhuber meinte dazu: „Es gab auch früher schon große Bauprojekte in Starnberg. Die Personalkosten sind halt einer der großen Ausgabeposten im städtischen Haushalt.“ Beck ergänzte, in Starnberg finde die Bauberatung bei der Stadt und nicht wie anderswo beim Landratsamt statt. „Trotzdem wird darauf geachtet, dass nicht willkürlich Stellen beantragt werden“, versicherte er. Angelika Kammerl (DPF) sah das anders: „Bei uns wird immer versucht, die Verwaltung unverhältnismäßig auszubauen.“ Bürgermeisterin John sieht noch andere Gründe für eine mangelnde Vergleichbarkeit Starnbergs mit anderen Kommunen: „Im Prüfungszeitraum (2015 bis 2018) hatten wir noch Altfälle im Personalbestand, die gehaltsmäßig hoch eingruppiert waren, ohne dass dem eine entsprechende Stellenbewertung zugrunde gelegt worden war.“ Das sei inzwischen in Ordnung gebracht und alle Stellen bewertet worden. Starnberg liege innerhalb der Vergleichswerte.