Gegen die Stimmen der Grünen hat der Stadtrat beschlossen, eine Bayerische Sicherheitswacht für Starnberg einzurichten. Wie berichtet hatte der Haupt- und Finanzausschuss dies schon befürwortet, wenn auch die Polizei die Einrichtung positiv sehen sollte. Das ist der Fall, wie eine von der Polizeiinspektion Starnberg abgegebene Stellungnahme zeigte. Sämtliche Einsätze der ehrenamtlich tätigen Sicherheitswacht-Angehörigen laufen unter Aufsicht und Kontrolle der örtlichen Polizeidienststelle, die auch das Personal aussucht und ausbildet. Bewerben können sich alle volljährigen Personen bis zum 62. Lebensjahr. Die Ausrüstung wird vom Freistaat gestellt. Die Aufwandsentschädigung beträgt 8 Euro je geleistete Stunde. Der Stadt entstehen keine Kosten. Eine Bayerische Sicherheitswacht ist nach Angaben aus dem Rathaus bereits in 150 Gemeinden aktiv ( siehe Sicherheitswacht empfohlen).

Die Grünen hätten sich laut Martina Neubauer lieber auf den Einsatz der schon tätigen Streetworker im Bereich der Jugendarbeit beschränkt. Dagegen sprach sich Klaus Huber (WPS) deutlich für die Einrichtung der Sicherheitswacht aus. Die werde deeskalierend wirken und die Mindestzahl der Einsatzstunden solle besser noch erhöht werden. Auch Stefan Frey (CSU) hält die Sicherheitswacht für sinnvoll. Er wies darauf hin, dass es sich dabei keinesfalls um „Schwarze Sheriffs“ handele. Vielmehr sei es Aufgabe, zu mehreren Streife zu gehen, während die Streetworker eher soziale Ausgaben hätten. Für Freys Fraktionskollegen Ludwig Jägerhuber ist der Aspekt der Überwachung der Einhaltung der städtischen Satzungen wichtig. „Wir leben nicht auf Wolke 17“, sagte er. Es sei legitim, wenn die Stadt das Angebot des Bayerischen Innenministeriums annehme. Der Bevölkerung vermittle man damit ein „gewisses Gefühl der Sicherheit“. Anton Wiesböck (FDP) meinte, seine Fraktion sei „voll dabei“. Allerdings hätte er lieber ein anderes Höchstalter für die Ehrenamtlichen gehabt: bis 77 Jahre. Für Patrick Janik (UWG) war ausschlaggebend für seine Zustimmung, dass sich die Sicherheitswacht wieder abschaffen lasse, wenn es damit Probleme gebe. Nach der Stellungnahme der Polizei ist dies bayernweit jedoch noch nirgendwo vorgekommen.