Wer in die jüngste Sitzung des Stadtrates gekommen war, um zu hören wie es mit der Erweiterung des Gewerbegebietes in Schorn weiter geht, konnte unverrichteter Dinge wieder nach Haus gehen. Grund: Angelika Kammerl (DPF) hatte beantragt, die beiden Tagesordnungspunkte für die Änderung des Flächennutzungsplans und den Entwurf eines Bebauungsplans zu vertagen. Die Einwendungen und Anregungen aus der öffentlichen Auslegung seien so umfangreich, dass sich die Fraktionen zuerst intern damit befassen müssten, betonte Kammerl. Bürgermeisterin Eva John plädierte dagegen dafür, die Stadträte möchten sich die vom Stadtbauamt vorbereitete Power-Point-Präsentation ansehen, die die wesentlichen Inhalte der Bürgeranregungen und Lösungswege aufzeigen solle. Außerdem seien zur Sitzung geladene externe Berater bereits „im Landeanflug“, und Bürger zu diesem Punkt eigens in die Sitzung gekommen. „Wir würden gern wenigstens vortragen“, bat John, dann könnten gern die Fraktionen beraten. Die knappe Mehrheit von 14:13 sah das anders. Die Tagesordnungspunkte wurden vertagt. Ein Umstand, den kurz darauf Ursula Lauer, Vertreterin der Bürgerinitiative gegen das Projekt in Schorn, positiv vermerkte. Sie kritisierte, Unterlagen für die artenschutzrechtliche Prüfung im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens und der Entscheidung über die Herausnahme der nötigen Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet seien falsch erhoben, Belange nicht ausreichend berücksichtigt. John kündigte an, die Punkte im Februar erneut auf die Tagesordnung setzen zu wollen.