Noch keine Entscheidung gefallen ist hinsichtlich eines Standortes für die von CSU-Stadtrat Gerd Weger beantragten Fitnessgeräte für Senioren (siehe Weger beharrt auf Antrag). Weger besteht auf Einrichtung einer Fläche im Bürgerpark, den er hartnäckig „Himbselpark“ nennt, wohl wissend, dass beschlossen wurde, für die Namensfindung noch einen Wettbewerb durchzuführen (siehe Namenswettbewerb für Bürgerpark). Der Vorsitzende des Starnberger Seniorenbeirats, Reinhard Dirr, unterstützt Wegers Antrag und auch den Standort im Bürgerpark. Für die Stadtverwaltung haben sich bei der Prüfung der Voraussetzungen für eine solche Umsetzung unerwartete Probleme aufgetan. Die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt wolle die Einrichtung, die im Landschaftsschutzgebiet zu liegen käme, dort nicht genehmigen, berichtete Stadtbaumeister Stephan Weinl. Der Bauausschuss, der nochmals darüber beraten sollte, konnte am Ende wegen Beschlussunfähigkeit keine Entscheidung treffen.

Wie Weinl nochmals erläuterte, hätten sich Weger und Dirr mit der Verwaltung zu einem Ortstermin im Bürgerpark getroffen, wo man sich auf eine Fläche für die Fitnessgeräte verständigt habe, und zwar an der Westseite des Parks, unweit des Seeufers. Dafür sollten 150 Quadratmeter jetzige Beetfläche mit Fallschutzmatten befestigt und mit den Geräten bestückt werden. Dabei handele es sich aber um Landschaftsschutz- und zudem außermärkisches Gebiet, über das nur der Landkreis entscheiden könne. Weil dessen Untere Naturschutzbehörde bereits signalisiert habe, keine Genehmigung erteilen zu wollen, empfehle die Verwaltung im Stadtgebiet einen Alternativstandort zu suchen.

„Wenn man nicht will, dann will man nicht“, echauffierte sich Weger. Früher hätten sich an der gleichen Stelle ein Tanklager und Container für die Versorgung der Ausflugsschiffe mit Speise und Trank befunden: „Das hat keinen Menschen gekümmert“, so Weger sichtlich wütend. Auch seien am Ufer große Steine zur Befestigung eingebracht worden. Er sprach von „an den Haaren herbei gezogenen Ablehnungsgründen“. Die Stadtverwaltung wolle mit Gewalt etwas verhindern. Dirr wies darauf hin, dass es im Oktober 2019 eigentlich schon einen Konsens mit der Verwaltung gegeben habe, den niedrigschwelligen Bewegungstreff für Senioren dort einzurichten. Die sechs ausgesuchten Geräte sollten nicht nur ihnen, sondern allen Bürgern zur Verfügung stehen. Auch sprach er sich dafür aus, dort regelmäßige Übungsstunden anzubieten. Bewegungsbegleiter seien schon ausgebildet worden. „Ich halte den Fallschutz auf 150 Quadratmetern für übertrieben“, sagte Dirr. Rasen tue es doch auch als Untergrund. Die Attraktivität des Bürgerparks, seine barrierefreie Erreichbarkeit, Nähe zur Innenstadt – das sei hier alles ideal erfüllt. Er wolle dem Vorschlag, eine Alternative zu suchen, nicht folgen. Weinl konterte nochmals: „Wir können wegen der rechtlichen Gegebenheiten nichts anderes empfehlen.

Das brachte nun auch Ludwig Jägerhuber (CSU) in Rage. Er bemühte das Beispiel, bei dem der damalige CSU-Ministerpräsident Edmund Stoiber es durchgesetzt habe, beim Buchheim-Museum in Bernried sogar zwei große Betonpfosten in den See zu rammen und das Ufer mit einer Terrasse zu überspannen – „alles im Landschaftsschutzgebiet“. Und entlang des Starnberger Seeufers lägen noch ganz andere Dinge im Landschaftsschutz. Sechs kleine Turngeräte würden jetzt aber „so hoch gehängt“. Klaus Huber (WPS) vermutete „Machtspielchen gegen die Stadt“. Dann müssten die Sportgeräte eben weiter nach Norden, raus aus dem Landschaftsschutzgebiet verlegt werden. Oder wie schon mit dem Kneippverein verhandelt zur Kneippanlage an der Mühlbergstraße. „Dann wären wir aus dem bürokratischen Dilemma heraus“, so Huber. Dirr lehnte das aber ab. Jetzt sei Beginn des Prozesses. Erst später könne man auch andere Lösungen überdenken. Angelika Kammerl (DPF) erneuerte den Antrag von Weger, im Bürgerpark einen adäquaten Platz zu suchen. Weger ergänzte den möglichen Beschlussvorschlag mit : „Der Bauausschuss verfolgt den Standort Bürgerpark weiter.“ Kurz bevor Dritte Bürgermeisterin Iris Ziebart, die ab etwa 20.30 Uhr die durch andere Termine gebundene Rathauschefin Eva John in der Sitzungsleitung vertrat, mit der Abstimmung der Anträge und des Vorschlags der Verwaltung beginnen wollte, musste die Beschlussunfähigkeit des Gremiums festgestellt werden. Es konnte also keine Entscheidung getroffen werden. Sieben Mitglieder des Bauausschusses hatten die Sitzung nach und nach verlassen – quer durch die Fraktionen. Damit fehlte mehr als die Hälfte. Die teils erbosten übrig Gebliebenen kündigten an, dafür sorgen zu wollen, dass die Abstimmung am heutigen Montag, 17. Februar 2020, im Stadtrat nachgeholt werden soll.