Das Gesetz über die Feststellung des Bundeshaushaltsplanes für das Haushaltsjahr 2020 (Haushaltsgesetz 2020) ist in Kraft und seit kurzem auch öffentlich nachlesbar. Im Teil A – Straßenbauplan Tabelle 3 – Neubau Bundesstraßen, einer Anlage zum Budget des Bundesverkehrsministeriums, kann jedermann nachlesen, wieviel Geld der Bund für die jeweiligen Projekte der Bundesländer heuer eingeplant hat. Für Oberbayern listet der Plan neben dem Starnberger B2-Tunnel auch noch die „Ortsumgehung Oberau mit Tunnel Oberau“ sowie die „Ortsumgehung Garmisch-Partenkirchen mit Kramertunnel“ auf. Diese beiden Projekte erhalten vom Bund wesentlich mehr finanzielle Mittel als das Starnberger Vorhaben. Für den B2-Tunnel werden dem Staatlichen Bauamt Weilheim heuer demnach nur drei Millionen Euro zum Bau und vier Millionen Euro zum Grunderwerb zugestanden (Vorjahr 6,5 Mio. für den Bau, 4 Mio. Euro für Grunderwerb). Für Oberau stehen demgegenüber in diesem Jahr 34,3 Millionen Euro (Vorjahr 43,4 Mio. Euro), für den Kramertunnel 28 Millionen Euro (Vorjahr 7,5 Mio. Euro) zur Verfügung. Die Zahlen 2020 stehen vermutlich noch unter dem Vorbehalt der Auswirkungen des Mautdebakels. Im Januar 2020 hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in der Fernsehsendung bei Markus Lanz gesagt, ihm fehle wegen des Ausfalls der schon eingeplanten Maut heuer eine Milliarde Euro. Nach aktueller Auskunft des Staatlichen Bauamtes Weilheim ist der Gesamtterminplan für den Starnberger Tunnel aber nicht in Gefahr.

Derzeit ist noch Winterpause auf der Baustelle am Nordzulauf zum Tunnel. Erst ab 16. April 2020 soll es dort weiter gehen. Dennoch sollen schon vorher, wie vor einigen Tagen berichtet (siehe Fortsetzung Tunnel Starnberg), für den Bereich Schlossberg  fünf weitere Erkundungsbohrungen durchgeführt, und laut einem Bericht des Starnberger Merkur vom 13. Februar 2020 der Bau des Baustellenlagerplatzes im Bereich des Südportals (Franz-Heidinger-Straße) begonnen werden. Kostenpunkt für Letztgenannten: Eine Million Euro.

Im Fragen- und Antwortenkatalog auf der Internetseite des Staatlichen Bauamtes (Stand 28. März 2019) werden folgende Auskünfte hinsichtlich des Zeitplanes für den Starnberger Tunnel gegeben:

  • „Für das Tunnelhauptlos und die Düker wird aktuell die Ausschreibungsplanung inklusive der Leistungsverzeichnisse erstellt“
  • „Es werden fünf Düker verschiedener Bauart und Größe errichtet. Die Erstellung dauert für den größten Düker ca. zwei Jahre.“
  • „Kleinere Dükeranlagen werden oberirdisch mit Hilfe von Baugruben gebaut. Große Dükeranlagen werden als Schächte (von der Oberfläche aus) erstellt, die restliche Herstellung erfolgt unterirdisch“

Auf der Homepage der Weilheimer Behörde ist mit Stand Oktober 2018  in den „Informationen zum Projektauftakt“ der geplante Gesamt-Bauablauf skizziert. Er sieht folgendermaßen aus:

  • 2018 bis 2020   Straßenbau Nordzulauf (2 Jahre)
  • 2020 bis 2021   Spartenverlegung (12 Monate) (Ver- und Ensorgungsleitungen im Bereich der Portale)
  • 2021 bis 2022   Vorbereitende Maßnahmen für den Tunnel im Bereich des Südportals
  • 2022 bis 2025   Tunnelbau – Die Tunnelvortriebsmaschine soll am Südportal starten
  • 2025                     Tunnelausbau
  • 2025 bis 2016    Restarbeiten, Anschluss an die B2 und Portale

Da diesem Zeitplan für den Tunnelbau nicht zu entnehmen ist, wann mit dem Bau der Düker und Notausstiege sowie dem wegen der geplanten Aufweitung der Münchner Straße nötigen Umbau der Bahnüberführung zwischen Gautinger- und Leutstettener Straße zu rechnen ist, hat „Lokales aus Starnberg“ beim Staatlichen Bauamt nachgefragt. Fragen und Antworten können Sie nachfolgend lesen:

 

Frage:                    „Wo und in welchem Umfang sind in diesem Jahr Baumaßnahmen an den Nord- und Südzuläufen zum Tunnel geplant?“

Antwort StBA:   Im Nordzulauf des Projektes wird im Jahr 2020 der Ausbau der B2 vom Autobahnende über die Moosstraße bis hin zur Gautinger Straße fortgesetzt. Ebenso wird der Anschluss der Petersbrunner Straße fertiggestellt und die Verkehrsinsel vor dem Landratsamt gebaut. Im Süden wird im Jahr 2020 begonnen die Baustelleneinrichtungsfläche herzustellen. Die Spartenfreilegungen entlang der Projekttrasse werden fortgesetzt.

Frage:                    „Hat das Staatliche Bauamt sein Budget von 2019 (Mittel aus dem Bundeshaushalt) ausgeschöpft oder gibt es noch Haushaltsreste, die auf 2020 übertragen werden?“

Antwort StBA:   Ja, die Mittel wurden wie geplant ausgeschöpft.

Frage:                    „Ist der Zeitplan bisher eingehalten?“

Antwort StBA:   Ja, der Gesamtterminplan ist stabil. Im Nordzulauf haben sich jedoch einzelne Teilbaustellen aufgrund der Vielzahl der Sparten in unvorhersehbarer Lage geringfügig verzögert. Dies hat aber keine Auswirkungen auf den Gesamtterminplan.

Frage:                    „Im Bauablauf (Stand Oktober 2018) heißt es auf Ihrer Homepage: 2021 bis 2022 Vorbereitende Maßnahmen für den Tunnel. 2022 bis 2025 Tunnelbau. In welchem Jahr ist der Baubeginn für die Düker, die Notausstiege und den Umbau der Eisenbahnbrücke über die Münchner Straße eingeplant?“

Antwort StBA:  Die ersten Bauaktivitäten für die Düker beginnen im Jahr 2022. Die Notausstiege folgen ab 2023 und 2024. Der Ersatzbau der Eisenbahnbrücke erfolgt im Jahr 2023.