Günther Krawitz hatte in der Bürgerversammlung im November letzten Jahres beantragt, Stadtrat und Verwaltung sollten dafür sorgen, dass das von der Bahn im Bereich des Seebahnhofs geplante Abstellgleises für die Bevölkerung visualisiert und von den Klimanlagen der abgestellten Züge ausgehende Lärmbelästigung ungeschönt dargestellt werden soll (siehe Viel Arbeit für Stadtrat und Verwaltung). Darüber hinaus verlangte Krawitz, den Bürgern umfassend deutlich zu machen, in welcher Weise der freie Blick auf See und Berge durch abgestellte Züge zugestellt würde. Dann sei ein Meinungsbild der Bürger darüber herbei zu führen und der Bahn mitzuteilen, „besonders dann, wenn das Votum der Bürger gegen das Abstellgleis spräche“. Mit diesem Antrag musste sich jetzt der Stadtrat befassen. Ein Vertagungsantrag von Franz Sengl (Grüne) war nicht erfolgreich (6:20). Krawitz Antrag wurde angenommen (16:10).

In der Beschlussvorlage hieß es, die Planungstiefe für die von der Bahn angebotene und wie berichtet von der Mehrheit im Stadtrat aus CSU, UWG, Grünen, SPD, Johannes Bötsch von der BLS sowie DPF angenommenen Variante 1 für den am Seebahnhof gewünschten Umbau und Verlegung von Gleisen und Bahnsteigen sowie Einrichtung des Abstellgleises (siehe ) sei noch äußerst gering. Deshalb könne noch keine fotorealistische Visualisierung erfolgen. Jedoch könne man den vom Abstell-/Wendegleis betroffenen Streckenabschnitt im Lageplan darstellen, ebenso die Sichtbeeinträchtigung durch dort abgestellte Züge und überschlägig auch das Ausmaß von immissionsschutzfachlichen Auswirkungen durch laufende Klimaanlagen. Die Verwaltung erhielt mit 16 gegen 10 Stimmen den Auftrag, den Bürgern diese Dinge in einer Bürgerversammlung vorzustellen. Gegen diese Vorgehensweise hatten die gesamte CSU, zwei Vertreter der Bürgerliste, Grüne und Angelika Kammerl (DPF) gestimmt.

In der vorangegangenen Debatte erinnerte Klaus Huber (WPS) nochmals daran, dass jede Änderung an der Gleisanlage am Bahnhof See den Bestandsschutz aufhebe, weshalb dann der Bau von Lärmschutzwänden nötig werden könnte. Dass der früher geltende Lärmbonus für die Deutsche Bahn nicht mehr bestehe, erhöhe das Risiko von Lärmschutzwänden. Patrick Janik (UWG) verlangte, der Visualisierung der geplanten Situation mit Abstellgleis eine Visualisierung der Bestandssituation gegenüber zu stellen. „Da stehen nämlich heute auch schon Züge“, meinte er. Sengl verlangte die Zurückstellung der Entscheidung, weil die Mehrheit doch in dem von der Bahn angestrengten Klageverfahren gegen die Stadt einen Vergleich erzielen wolle. Er, Sengl, halte es deshalb für erforderlich, zunächst mit den Anwälten der Stadt zu sprechen. Wer Starnbergs juristischer Beistand in diesem Verfahren werden sollte, war zu dem Zeitpunkt aber noch gar nicht entschieden. Maximilian Ardelt (WPS) fand, es sei höchste Zeit, dass das von der Ratsmehrheit beschlossene Abstellgleis endlich öffentlich mit den Bürgern diskutiert werde, damit diese sagen könnten, was sie wollen.