Anfang Dezember 2019 hatte der Stadtrat entgegen der Empfehlung der Verwaltung mit Mehrheit beschlossen, die zuvor verlegte Bushaltestelle Söcking-Mitte an ihren alten Standort zurückzuversetzen. Hintergrund war der Protest von Anliegern des neuen Standortes gewesen (siehe Warten auf Rat des Landratsamtes). Der Beschluss konnte nicht vollzogen werden, weil es laut Verwaltung rechtliche Hindernisse für die dafür nötige verkehrsrechtliche Anordnung gab. Das Landratsamt wurde um fachaufsichtliche Beratung gebeten. Einer der Anlieger drohte, die Bushaltestelle zu sperren und behauptete, er habe dafür die Unterstützung von Polizei und Landratsamt, was sich nach Nachfrage von der Verwaltung bei den beiden Fachstellen aber als unwahr herausstellte. So berichtete Bürgermeisterin Eva John in der jüngsten Stadtratssitzung. Inzwischen sei mit dem Kreisbauamt geklärt, dass die Anlage der Haltestelle im Gehwegbereich vor dem Anwesen des drohenden Anliegers eigentumsrechtlich und straßen- und wegerechtlich in Ordnung sei. Daraus folge, dass für die Haltestelle ein anderer Standort als der ursprüngliche gefunden werden müsse, wenn der Stadtrat an seinem Beschluss festhalten wolle, sie zurückzuverlegen. John präsentierte jedoch einen Lösungsvorschlag: Als ein längerfristiges Provisorium könnte die Haltestelle neu auf öffentlichem Grund entlang der Andechser Straße im Bereich zwischen der Fußgängerbedarfsampel und der Bismarckstraße festgelegt werden, wenn auch die Fachstellen dem zustimmten. Der Stadtrat müsse dafür aber seinen Beschluss vom Dezember 2019 aufheben.

Stefan Frey (CSU) wollte die Ausführungen der Bürgermeisterin nicht anzweifeln, fand aber, dass der rechtliche Weg, den sie vorschlage nicht richtig sei. Statt den Beschluss aufzuheben, sei es besser, wenn John diesen als nicht vollziehbar beanstande und eine rechtliche Klärung mit der Rechtsaufsicht im Landratsamt herbei führe. „Es würde mich schon interessieren, wie die rechtliche Lage tatsächlich ist“, sagte Frey. Im Vorgriff solle aber die vorgeschlagene provisorische Lösung umgesetzt werden, wenn die Fachstellen der zustimmten.

Gegen die Stimme von Angelika Kammerl (DPF) beschloss der Stadtrat (25:1), unverzüglich unter Fachstellenbeteiligung der Polizei eine geeignete Aufstellfläche auf öffentlichem Grund entlang der Andechser Straße im Bereich  zwischen Bedarfsampel und Bismarckstraße festzulegen und die Haltestelle verkehrsrechtlich anzuordnen. Einstimmig fiel das Votum dafür, dass über den Ratsbeschluss vom 9. Dezember 2019 eine rechtsaufsichtliche Klärung herbeizuführen ist.