„Der Stadtrat möge beschließen, nach Errichtung des Tunnels die oberirdischen Straßen insbesondere die Münchener Straße westlich des Tunnelmundes, die Hauptstraße und die Weilheimer Straße für Radfahrer und Fußgänger gut nutzbar und sicher zu gestalten. Die Reduktion von Fahrspuren im genannten Bereich werde empfohlen.“ So lautete der Antrag von Christian Ufer aus der Bürgerversammlung 2019 (siehe Viel Arbeit für Stadtrat und Verwaltung), mit dem sich der Stadtrat zu befassen hatte. Er folgte dieser Empfehlung, bei nur drei Gegenstimmen.

Ufer rechnet mit einer Verminderung des oberirdischen Verkehrs nach der Inbetriebnahme des geplanten B2-Tunnels und will den nichtmotorisierten Verkehr gefördert wissen. Das diene dem Klimaschutz und der Bereitstellung sicherer Verkehrsräume.

Aus dem Projektausschuss Verkehrsentwicklung des Stadtrates heraus gibt es bereits einen Auftrag an die Stadtverwaltung, mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim in Gesprächen zu versuchen, zwischen Nord- und Südportal des Tunnels  nur noch zwei Fahrspuren mit einer gesamten Fahrbahnbreite von 6,50 Meter festzulegen. Ergebnisse der Besprechungen und Abstimmungen mit dem Bauamt sollen dem Stadtrat mitgeteilt werden, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Erst dann könne mit der Überplanung des Verkehrsraumes entlang der B2 zwischen den Tunnelportalen begonnen werden. In der Vorlage wird weiter daran erinnert, dass sich der Stadtrat im Juli 2019 zu einer Entlastung der Stadt vom Durchgangsverkehr und zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt bekannt hat (siehe “Lebendiges Starnberg” ist das Ziel und Lebendiges Starnberg – die Debatte). Das vom STAgenda-Arbeitskreis Verkehr vorgelegte Konzept „Lebendiges Starnberg“ sieht eine zukunftsfähige Aufteilung des Straßenraumes für alle Verkehrsarten, ein flächendeckendes Radwegenetz, eine konsequente Parkraumbewirtschaftung und eine aufenthaltsfördernde Gestaltung des öffentlichen Raumes vor. Fazit der Verwaltung: „Die aktuelle Beschlusslage entspricht somit dem Inhalt des vorliegenden Antrags aus der Bürgerversammlung.“

Iris Ziebart (FDP) appellierte an die Ratskollegen, sich alle die Zeit zu nehmen, sich das STAgenda-Konzept noch einmal zu Gemüte zu führen und am geplanten Workshop mit Stadtrat und STAgenda teilzunehmen. Tatsächlich sind jedoch in der letzten Sitzung des noch amtierenden Rates alle Beratungen und mögliche Entscheidungen auf Antrag des künftigen Bürgermeisters Patrick Janik (UWG) vertagt worden.