Der alte Haupt- und Finanzausschuss hat noch das Budget 2020 für Anschaffungen des Betriebshofes der Stadt festgelegt. Eigentlich sollten sie sich in einem Rahmen bis höchstens 400000 Euro bewegen. Im Falle der Anschaffung von Fahrzeugen in Elektrovariante, die naturgemäß teurer sind, hätte sich dieser Betrag auf 570000 Euro erhöht. Im endgültigen Beschluss (10:3) beträgt der Rahmen nun  570000 Euro möglicher Ausgaben, denen 120000 Euro Einnahmen gegenüberstehen.  Vor Beschlüssen für eine tatsächliche Beschaffung muss die Verwaltung den Stadträten eine Kosten-Nutzen-Analyse vorlegen, damit diese abwägen können, ob das fragliche Fahrzeug in herkömmlicher-, Gas-  oder in Elektro-Technik besser geeignet ist. Auch soll geprüft werden, ob Leasing wirtschaftlicher als Kauf ist. Damit wird dem vor einem Jahr gefassten Stadtratsbeschluss Rechnung getragen, die Fahrzeuge im Betriebshof nach und nach durch E-Fahrzeuge zu ersetzen. Die Stadt erhielte 75 Prozent Förderung auf die Mehrkosten wegen der neuen Technik.

Der Betriebshof benötigt heuer ein neues Müllfahrzeug, das in herkömmlicher Technik etwa 85000 Euro kosten würde, in E-Variante jedoch 238595 Euro. Noch keine E-Alternative gibt es für den ebenfalls benötigten Lkw-Kipper mit Allrad-Antrieb (100000 Euro). Bei einem Kleinfahrzeug mit Allrad liegt die E-Variante mit 61590 Euro höher als in herkömmlicher Technik (40000 Euro). Keine E-Variante gibt es für einen Schmalspurschlepper mit Frontlader (90000 Euro). Nötig wird heuer noch die Bezahlung der Restkosten für die Anschaffung der großen Kehrmaschine (26109,80 Euro), die Erneuerung der Telefonanlage (15000 Euro) und Kleingeräte im Wert von 35000 Euro.

Der Betriebshof hat Bedenken geltend gemacht. So reduziere sich durch die hohen Gewichte der Akkus in E-Fahrzeugen deren Beladungskapazität. Das höhere Geamtgewicht wiederum führe zu Problemen Personal vorzuhalten, das Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen dank der Führerscheinklasse fahren dürfe. Mehrere Fahrzeuge vorhalten zu müssen, die zusammen dann die gleiche Beladungs-Leistung wie eines in herkömmlicher Technik bringen, bedeuteten aber auch mehr Personal. Bei Einsatz von E-Fahrzeugen müsse der Betriebshof mit der nötigen Lade-Infrastruktur ausgerüstet werden, was nochmals 50000 Euro kosten würde.

Vor diesem Hintergrund entspann sich die Diskussion unter den Stadträten. Tim Weidner (SPD) plädierte schon aus Gründen des Klimaschutzes und der Ziele in diese Richtung für die Elektromobilität. Franz Sengl (Grüne) mahnte, auch den Gasantrieb als Alternative zu prüfen. Klaus Huber (WPS) wollte zunächst erst einmal mit nur einem E-Fahrzeug Erfahrungen sammeln. Ludwig Jägerhuber (CSU) brachte den Gedanken des Leasing-Kaufs in die Debatte ein. Stadtkämmerer Thomas Deller riet, im konkreten Fall Konditionen einzuholen und zu vergleichen. Michael Mignoli (BLS) bremste die Begeisterung für E-Mobile, denn bei der Post stünden etliche solche Fahrzeuge, die sich nicht mehr laden ließen. Auch könne der Betriebshof seinen Fuhrpark dann nicht mehr ohne weiteres selbst warten und reparieren. Christine Lipovec (BMS) riet, das Geld komplett, also in Höhe der Anschaffungskosten für E-Fahrzeuge, in den Haushalt einzustellen und dann im Einzelfall zu prüfen, was für die Stadt die bessere Lösung sei. Dem folgte die Mehrheit.