In der letztjährigen Bürgerversammlung hatten engagierte Jugendliche wie berichtet mutig ihr schon lange bestehendes Anliegen vorgetragen und die Unterstützung der Versammlung erhalten: Sie wollten, dass ein Skaterpark realisiert wird, der auch für Scooterfahrer geeignet ist. Begründet hatten sie ihren Antrag damit,  dass die derzeitige Skateranlage auf einem Teil des Parkplatzes am Seebad aus dem Jahr 2001 mittlerweile stark sanierungsbedürftig, nicht ausreichend groß und durch seine Lage für jüngere Sportbegeisterte schlecht bis gar nicht geeignet sei. Außerdem sei der alte Platz eng, dunkel, abgeschieden und wenig einladend. Der alte Stadtrat hatte sich noch mit dem Antrag beschäftigt.

In der Vorlage der Verwaltung wurde darauf hingewiesen,  dass die jetzige Skateranlage erstmals 1996 am damals noch „Wasserpark“ genannten Seebad errichtet worden sei. 2002 habe es eine geringfügige Erweiterung, seither regelmäßige Wartungen gegeben. Der damalige Jugendbeirat hatte 2009 schon einmal den Antrag gestellt, Standortalternativen zu untersuchen. Die waren jedoch allesamt an Anwohnerprotesten und aus Lärmschutzgründen gescheitert. Die Verwaltung hält das Anliegen der Jugendlichen aber für berechtigt. Sie empfahl deshalb, konzeptionell neue Überlegungen zur Verwirklichung eines Skaterparks in Starnberg zu erarbeiten. So sollte eine solche Anlage gut erreichbar und zugleich aber in ausreichendem Abstand zur Wohnbebauung zu liegen kommen. Hinsichtlich Ausstattung, Konzepte zur Umsetzung und zum Betrieb sollten die Anforderungen mit den Jugendlichen gemeinsam ermittelt werden, einschließlich einer Grobkostenschätzung. Das alles werde dann dem Bauausschuss zur Beratung vorgelegt.

„Der Antrag rennt bei mir offene Türen ein“, reagierte Winfried Wobbe (UWG). Er fand die heutige Lage dennoch okay, nicht aber die Größe. Er wäre auch bereit, auf bis zu sechs weitere Parkplätze für das Seebad zu verzichten. Der heutige Skaterparcours nimmt bereits die Fläche von 24 Stellplätzen ein. Bedacht werden muss dabei, dass es einen Stadtratsbeschluss gibt, den gesamten Seebad-Parkplatz mit einem Parkhaus zu überbauen, damit für den Besuchermagneten mehr Stellplätze zur Verfügung stehen. Das war auch für Christine Lipovec (BMS) ausschlaggebend, auf jeden Fall einen neuen Standort zu suchen.

Gerd Weger (CSU) brachte den ehemaligen Dirt-Bike-Platz am Riedener Weg ins Spiel, der jedoch seit mehreren Jahren wegen Absturzgefahr der umgebenden Nagelfluh-Wände gesperrt und längst von der Natur zurückerobert wurde. Weger regte eine Gesprächsrunde im Jugendzentrum Nepomuk an. Christiane Falk (SPD) fand, die bisherige Nähe zum Jugendzentrum für die Skater sei gut gewesen. Ansonsten schloss sie sich Weger an.

Bürgermeisterin Eva John mahnte noch einmal, dass moderne Anlagen heute anders ausschauen als die am Seebad. Zum Vergleich sollten die Stadträte an die neu Eröffnete in der französischen Partnerstadt Dinard denken. Es müsse ein Standort gefunden werden, der eine gewisse Größe aufweise. Michael Mignoli (BLS) erinnerte an frühere ähnlich lautende Anträge seiner Fraktion. Franz Sengl (Grüne) warnte: „Wir müssen überlegen, ob wir die Jugend wirklich auf die Mülldeponie verbannen wollen. Das ist auch weit weg vom Jugendzentrum.“ Es geht um die Fläche der ehemaligen Deponie am Truhenseeweg, deren Sanierung längst beschlossen ist. Deshalb sagte die Bürgermeisterin: „Aus der Deponie machen wir gutes Land.“ Iris Ziebart (FDP) liebäugelte mit Verbesserungen auf dem Parkplatz am Seebad, weil das die vorerst schnellste Lösung sei. Dafür wollte sie auch Stellplätze opfern. Für eine provisorische Ertüchtigung am alten Standort sprach sich aus dem gleichen Grund Klaus Huber (WPS) aus. Aber Mignoli hielt ihnen entgegen: „Die am Wasserpark einzuzwicken halte ich für den falschen Weg.“ Die in der Sitzung anwesenden jugendlichen Antragsteller redeten dem Stadtrat nochmals ins Gewissen. Am jetzigen Standort könnten nur drei Sportler gleichzeitig fahren, weil alles „ziemlich veraltet, nicht sehr groß und die Geräte alle nicht so krass berauschend sind.“

Beschlossen wurde dann einstimmig, geeignete Standorte vorzuschlagen und Umsetzungs-Konzepte sowie eine Grobkostenschätzung gemeinsam mit den Jugendlichen zu entwickeln und dem Bauausschuss vorzulegen. Bis Ende Mai 2020 solle ein erster Bearbeitungsstand präsentiert werden, hielt man im Protokoll fest.